Viele unserer Mitglieder haben im einstigen Chemiefaserwerk Guben (CFG) gearbeitet und deshalb ein besonderes Interesse daran", erklärte Charlotte Scharras, Betriebsratsvorsitzende bei der Trevira GmbH, Werk Guben.

Vor allem der Film über die Entstehung und die Arbeit im Werk haben bei einigen Erinnerungen an die eigenen Jugendzeit geweckt. "Ich habe 1975 im CFG angefangen, im Film ein paar bekannte Gesichter wiedergesehen und schon kamen die Erinnerungen zurück", erzählte Textilfacharbeiterin Gudrun Schwemmer. "Es war total bewegend", gestand die 55-Jährige. Und auch Jola Triebke, die 1975 im Rahmen des Regierungsabkommens zwischen Polen und der ehemaligen DDR ins CFG kam, sah im Film viele bekannte Kolleginnen wieder. "Ich fühlte mich sofort in meine Jugendzeit zurückversetzt", gab die Textilarbeiterin zu.

Auch in der Ausstellung selbst fanden die Gäste Altbekanntes und Neues, beispielsweise die mehr als 100 Jahre alten Musterbücher oder einen von Lehrlingen geknüpften Teppich mit dem Wappen der Neißestädter.

"Weil aber nicht Wilhelm-Pieck-Stadt Guben darauf stand, wurde dieser Teppich nirgendwo gezeigt", erzählt Manfred Seidel, einstiger Betriebsleiter der Gubener Wolle. Er wollte vor einigen Jahren, dass dieser Teppich im Eingangsbereich der Gubener Stadtverwaltung aufgehängt wird. "Die wollte ihn aber nicht. Dann hängt er eben bei uns in der Ausstellung", so Seidel.

Weil die Mitglieder der IG BCE weiter die Chemietradition pflegen wollen, werden die Trevira-Mitarbeiter am 1. Oktober 2015 anlässlich des 50. Jahrestages der Grundsteinlegung für das Chemiefaserwerk Guben mit einem Tag der offenen Tür an diese Zeit erinnern.