Farbige Früchte, Candy Colours und sportliche Sneakers: Das sind die Trends der Schuhmode im Frühjahr und Sommer 2013. Und: Es muss wieder sorgfältig geputzt werden. "Vintage und Used Look sind endgültig auf dem Rückzug. Schuhe dürfen wieder wie neu aussehen", sagt Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut in Frankfurt bei der Präsentation der neuen Schuh- und Taschenmode. Die Pflege kann aufwendig sein: Ein Mix aus Materialien - Lack, Velours, Gold, Kork verspielte Applikationen und Blumendrucke - liegt im Trend. Auch für Absätze.

Statistik beweist: Frauen kaufen mehr Schuhe als Männer. Schuhe seien derzeit ein angesagtes Outfit-Detail zur Unterstreichung der Persönlichkeit, ist der Geschäftsführer des Schuhinstituts, Manfred Junkert, überzeugt. 5,3 Paar Schuhe kauft jeder Bundesbürger im Schnitt (2011) - ein halbes Paar mehr als im Vorjahr. "Wir nähern uns langsam Frankreich, das in Europa mit sieben bis acht Paar Schuhe pro Kopf Spitze ist." Die Frauen sind mit sechs bis sieben Paar in Deutschland dicht dran, Männer dagegen erstehen im Schnitt nur zwei bis drei Paar pro Jahr.

Moderate Preissteigerung angekündigt. Die Preise steigen nach den Worten Junkerts moderat, um etwa ein bis zwei Prozent. Durchschnittlich 19,48 Euro gab jeder Haushalt 2010 für Schuhwerk im Monat aus, neuere Zahlen hat das Statistische Bundesamt noch nicht.

Farben der 50er-Jahre als Vorbild. Wie bei Hauswaren, Computern und Möbeln, gilt auch bei Schuhen und Taschen: "Farben bleiben unangefochten ein wichtiger Motor der Mode", sagt Schulz. "Sie werden aber weiter entwickelt, raffinierter und subtiler." Apricot, Limone, Mint, Bonbonrosa und Himmelblau - Sorbet-Töne oder Candy Colours in Anspielung auf die 50er-Jahre sind gefragt. "Farben so süß wie Eiscreme und so künstlich wie Zuckerguss auf einer Geburtstagstorte." Zweifarbig oder im Mix mit Schwarz, Weiß und fröhlichen Drucken sind sie zu haben.

Sportlich mit trendigen Sneakern. "Die Begeisterung für sportliche Themen erlebt einen neuen Auftrieb", beschreibt Schulz den zweiten Mode-Trend der Frühjahrs- und Sommersaison. Retro-Sneakers im Running- oder Jogging-Stil seien gefragt. Die Farben können sehr knallig und das Aussehen kunterbunt sein. Dazu kommen allerlei Applikationen: Streifen, Sterne, Nieten und Aufdrucke - in Gold, Metall oder Neon. "Stylische Sneakers lassen die Frauen sogar etwas größer erscheinen." Denn die Modelle haben oft Keil-Absätze, die in raffinierter Weise auch innen versteckt sind.

"Laufende Kunstwerke" kreiert. Expressive Drucke farbiger Früchte und bunter Blumen auf Schuh und Absatz sowie Fellstrukturen im Mix machen den von Exotik und Karibik inspirierten dritten Trend aus. "Die Drucke verwandeln Sandaletten und Pumps in laufende Kunstwerke", sagt Schulz. Wer es weniger auffällig mag: Gold und Gewürztöne wie Curry oder Safran gehören auch dazu. Bei den Absätzen ist alles erlaubt: Pumps mit und ohne Keil, flache Sportschuhe und Ballerinas, von denen viele an Pantoffeln erinnern. "Sie sind aber schön weit ausgeschnitten", beschreibt Schulz den Unterschied.

Mann trägt Knallbunt zum Anzug. Modebewusste Männer können in diesem Sommer knallbunte Sneakers zum Anzug tragen oder in Boots in Curry- und warmen Brauntönen umher stiefeln. Knalligere Farben und Pastelltönen zusammen mit weißen Sohlen, hält Schulz auch für eine gute Wahl.

XXL-Größe bei Taschen schrumpft. Für die Mode-Expertin gehören zum Frauenschuh auch Handtaschen. Dabei gilt: "XXL-Taschen sind auf dem Rückzug." Die Schnitte sind wieder feiner und haben mehr Stand. "Je kleiner, desto stylischer."

Zum Thema:
Dasselbe Paar geschlossener Schuhe sollte man nicht täglich tragen. Selbst an Bürotagen ohne viel Bewegung dünste der Fuß bis zu ein Schnapsglas Flüssigkeit aus, erklärt Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut in Offenbach. Bei Schnee- oder Regenwetter komme noch die Nässe von außen hinzu. Um trocknen zu können, brauche der Schuh rund 24 Stunden Zeit.Auch wenn es schnell gehen soll, dürfe man die Schuhe keinesfalls auf oder direkt unter die Heizung legen, erläutert die Expertin. Dadurch könne vor allem Leder brüchig und porös werden. Stattdessen sei es besser, Zeitungspapier ins Futter zu stopfen. Das sauge zusätzlich Flüssigkeit auf. dpa/gzn