ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:53 Uhr

Auch Probearbeit muss bezahlt werden

Auch Arbeitnehmer, die zur Probe ein Einfühlungsverhältnis eingehen, haben Anspruch auf ihren Lohn.

Das gilt jedenfalls dann, wenn sie tatsächlich Arbeitsleistungen erbracht haben. Eine vertragliche Vereinbarung, die Arbeitsentgelt während der Einfühlungszeit grundsätzlich ausschließt, ist rechtswidrig. Das entschied das Arbeitsgericht Weiden (Az.: 1 Ca 64/08 C).

Die Klägerin, eine Krankenschwester mit mehrjähriger Berufserfahrung, hatte bei dem beklagten Pflegeheim an zwei Tagen nach eigenen Angaben insgesamt 16 Stunden gearbeitet und verlangte dafür Lohn plus Verzugszinsen. Der Arbeitgeber verwies hingegen darauf, dass mit der Klägerin ausdrücklich ein unbezahltes Einfühlungsverhältnis vereinbart worden sei.

Nach Urteil der Richter ist ein Einfühlungsverhältnis ohne Arbeitsentgelt zwar im Prinzip zulässig. In diesem Fall dürfe der Arbeitnehmer aber weder zur Arbeit verpflichtet sein noch dem Weisungsrecht des Arbeitgebers unterliegen. Da die Krankenschwester jedoch unter Aufsicht des Arbeitgebers Pflegetätigkeiten übernommen habe, sei diese Bedingung nicht erfüllt. Unerheblich sei auch, ob die Krankenschwester vertraglich auf ein Entgelt verzichtet habe. Da der Vertrag die Klägerin in "unzumutbarer Weise" benachteilige, sei die Vereinbarung sittenwidrig. ddp.djn/sha