Die seit zwölf Jahren in einer nichtehelichen Partnerschaft lebende Klägerin hatte im Jahr 1999 fast 24 000 Mark aufgewendet, um eine In-vitro-Fertilisation durchzuführen. Der Bundesfinanzhof hatte bisher Aufwendungen einer nicht verheirateten, empfängnisunfähigen Frau für eine Fertilisation auch dann nicht als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt, wenn sie in einer festen Partnerschaft lebte. Davon rückten die Richter jetzt ab. Zur Begründung verwiesen sie darauf, dass die Empfängnisunfähigkeit einer Frau unabhängig von ihrem Familienstand eine Krankheit sei. Die Empfängnisunfähigkeit werde durch die künstliche Befruchtung zwar nicht behoben, sondern nur umgangen. Die steuerliche Abziehbarkeit setze aber keine Heilung voraus, sondern lasse es genügen, wenn Aufwendungen die Krankheit erträglicher machten, wie dies etwa auch bei Aufwendungen für Zahnersatz, Brillen, Prothesen oder Rollstühle anerkannt sei. (ddp.djn/eb)