Stützpunkt-, A-Lizenz-Trainer und Referent bei Lehrgängen – Ekkehard Zeidler ist voller Elan. Der 72-Jährige gibt seine Fußball-Erfahrungen gerne an den Nachwuchs weiter. Und davon hat Ekkehard Zeidler viel vorzuweisen. Er wuchs in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) auf und spielte dort anfangs auch Fußball. Aber nicht nur der Ball hatte es ihm angetan. „Wir wollten damals alles machen, was mit Sport zutun hatte“, sagt er. Seine große Liebe galt aber dem Fußball. 1960 hatte er eine Anfrage vom SC Cottbus. Die Sektion Fußball des Vereins wurde 1966 ausgegliedert und bestand als BSG Energie Cottbus weiter. „Ich habe den Verantwortlichen damals gesagt, dass ich nach Cottbus komme, wenn sie mir garantieren, dass ich ein halbes Zimmer mehr bekomme. Dann hatte ich 2,5 Zimmer und bin gewechselt“, sagt Zeidler und schmunzelt.

Mit dem Bus fuhr er am Morgen nach Schwarze Pumpe zur Arbeit und als er zurückkam, ging es gleich weiter zum Training. In der DDR-Oberliga machte er mit Toren immer wieder auf sich aufmerksam.

1967 zog sich der flinke und trickreiche Stürmer allerdings einen Kreuzbandriss zu und musste lange aussetzen. Er kämpfte sich zwar wieder ans Team heran, schaffte aber nicht mehr den Sprung in die Stammelf.

So folgte der Wechsel zum Lokalrivalen ASK Vorwärts Cottbus. In der Folgezeit kam er nach einem Abstecher in Kamenz wieder zurück zu Vorwärts und entschloss sich im Jahr 1978 zu einem Studium an der Sportschule Leipzig. Im gleichen Jahr wurde er im Kraftwerk Vetschau als Sportinstallateur eingestellt. Zudem spielte und trainierte er insgesamt 15 Jahre Blau-Weiß Vetschau. Vom Nachwuchs- bis zum Männerteam war alles dabei. Zwischenzeitlich war Zeidler sogar Geschäftsführer. Mitte der 1990er-Jahre machte der heute agile Rentner seine A-Lizenz in Hennef. „Dort war ich der einzige Ostdeutsche. Ich habe viele nette Menschen kennengelernt.“

Seine Trainertätigkeiten führten ihn zu Brieske/Senftenberg und nach Spremberg. „Seit 2000 bin ich Rentner, wollte mich aber nicht einfach zur Ruhe setzen, sondern mich ehrenamtlich für den Nachwuchs engagieren.“

Als Stützpunkttrainer im Fußballkreis Spreewald und Dozent bei Lehrgängen für den Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) in Lindow und Kienbaum, die zweimal im Jahr stattfinden, ist der ehemalige Stürmer heute ständig im Einsatz. Von 2008 bis 2009 hat er zudem auch noch die U 7-Mannschaft des FC Energie gecoacht. „Ich mache bei einigen Übungen auch noch aktiv mit. Dann staunen die Jungs“, so Zeidler. Das ist allerdings keinesfalls selbstverständlich. Im Jahr 2008 hatte er einen Unfall und bekam ein neues Kniegelenk

Ekkehard Zeidler hat sich nie unterkriegen lassen – schon gar nicht von Verletzungen. Diesen Einsatz und den Willen vermisst er allerdings bei manchen Nachwuchsspielern. „Es fehlt bei einigen die Einstellung, die Bereitschaft, sich zu quälen. Die kommen in ihren goldenen oder bunten Fußballschuhen, denken aber nicht an das Grundsätzliche. Es geht um den Spaß am Spiel“, betont der Ex-DDR-Oberligaspieler.

Es gibt aber auch andere Beispiele. Vor Kurzem hat er die Energie-Talente Martin Kobylanski und Leonardo Bittencourt in der Stadt getroffen. „Sie haben mich gleich begrüßt. Es ist ein schönes Gefühl, wenn sich Spieler gerne an ihren Nachwuchstrainer erinnern.“ Denn er fühlt sich als kleines Rädchen in der Entwicklung der Spieler.