Genau hierin bestand das Problem der Aufführung. Die Wirkung des originalgetreu nachgebauten Tischtheaters im Stile des frühen 19. Jahrhunderts mit seinen Bühnenaufzügen, mit den plastischen Tonfiguren und mit der von Karl-Heinz Gündel und Jana Weichelt einfühlsam erzählten und gespielten Geschichte konnte gar nicht bei allen Kindern ankommen. ,,Unser Theater verlangt Intimität und Nähe für den Zuschauer", beschreibt Gündel als Betreiber des Salontheaters den Reiz des Haustheaters in seiner ursprünglichen Form. ,,Die Veranstalter sollten sich an die Vorgabe des Theaters von maximal 40 Zuschauern halten", ärgert sich Steffi Städter vom Kreiskulturamt.

Natürlich erlebten die kleinen Zuschauer trotzdem in reizvoller Kulisse des kleinen Theaters, wie Aschenbrödel, die nach dem Tod ihrer Eltern bei der hinterhältigen Schwiegermutter leben muss, mit Hilfe der Zauberkraft der Haselnüsse, der weisen Eule Rosalie und durch ihre eigene Unverzagtheit zum Schluss den schönen Prinzen für sich gewinnt. Schließlich passt der verlorene Schuh, mit dem der Prinz das Mädchen sucht, in das er sich verliebt hat, nur an den Fuß von Aschenbrödel. Auch den Mädchen in der ersten Zuschauerreihe passte er nicht, wie Karl-Heinz Gündel ausprobierte. Das ,,Kleine Salontheater" Dresden hofft am Sonntag um 10 Uhr im Finsterwalder Kreismuseum auf die gewünschte intime Atmosphäre.