Außerdem muss im Inhalt des Dokuments klar erkennbar sein, aus welcher Quelle er seine Informationen gewonnen hat. Das geht aus einer Entscheidung des Berufsgerichts für Heilberufe beim Verwaltungsgericht in Gießen hervor, auf das die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht im Deutschen Anwaltverein hinweist (Az.: 21 K 1582/10.GI.B).

In dem behandelten Fall hatte eine Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie auf Wunsch eines geschiedenen Vaters ein Attest erstellt, wonach seine Ex-Frau nicht in der Lage sei, ihre Aufgaben als Mutter zu erfüllen. Dazu hatte der Mann der Medizinerin ein Gutachten vorgelegt, das im Rahmen des Sorgerechtsstreits über ihn und seine geschiedene Frau erstellt worden war. Darin wurde unter anderem auch empfohlen, seinen Umgang mit den Kindern vorläufig zu reduzieren und der Mutter das alleinige Sorgerecht zu übertragen. In Bezug auf die Frau waren einige Ratschläge enthalten, um deren Erziehungssituation zu verbessern.

Die Richter sahen im Inhalt des Gutachtens einen Verstoß gegen die Pflicht zur gewissenhaften Berufsausübung der Verfasserin. Das Attest sei nicht sorgfältig erstellt worden und weise nicht darauf hin, dass die Fachärztin die darin beschriebene Frau gar nicht kenne, so das Gericht. Die Ärztin habe aus dem ihr vorgelegten Gutachten zu beiden Elternteilen einzelne Äußerungen zulasten der Mutter herausgegriffen. Das Gießener Gericht verurteilte die Medizinerin deshalb zu einer Geldbuße und erteilte einen Verweis.

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