Bis zum 23. November können sich Interessenten anhand von Projekten, Installationen sowie Entwürfen in Video und Papier über die neuesten Trends informieren. Die Schau soll eine Antwort auf die zentrale Frage des Kurators Aaron Betsky geben: „Wie können wir uns durch Architektur die moderne Welt zu unserem Zuhause machen?“ Vor Journalisten erklärte Betsky am Freitag: „In Venedig zeigen wir ganz neue Perspektiven der Architektur, es geht nicht nur um das „Konstruieren“, sondern um viel mehr.“

Am Nachmittag wurde auch der deutsche Pavillon in den „Giardini della Biennale“ feierlich eröffnet. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bezeichnete die Architekturbiennale als ein „Zukunftslabor der Stadt“. Heute würden hier Ideen vorgestellt, „die schon morgen gebaute Realität sein können“, betonte Tiefensee am Freitag in Berlin. Der Minister will die Ausstellung in Venedig an diesem Samstag besuchen.

Die jungen Berliner Architekten Friedrich von Borries und Matthias von Böttger zeigen im deutschen Pavillon eine Ausstellung ganz im Zeichen der Ökologie. Unter dem Motto „Updating Germany“ reicht die Palette der Ideen, die sich nicht immer mit Architektur im klassischen Sinn befassen, von so genannten „Skysails“ (große Segel, die am Himmel vor Frachter gespannt werden) über umweltfreundliche Sportwagen bis hin zu mit Solartechnik gebrautem Bier. Die beiden Berliner leiten gemeinsam die Agentur „Raumtaktik“.

An der feierlichen Eröffnung des Länderpavillons nahm am Freitagnachmittag auch der Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Engelbert Lütke Daldrup, teil. Er nannte Deutschland „Spitzenreiter beim energieeffizienten Bauen“. Jetzt gehe es darum, das technische und planerische Wissen „vor allem in den Umbau bestehender Gebäude und Stadtstrukturen“ zu investieren. Damit könne Deutschland zum „Modell für eine nachhaltige Stadtentwicklung“ gemacht werden.

Am Samstag werden in der Lagunenstadt die Goldenen Löwen für die besten Beiträge verliehen. Der Ehrenlöwen für sein Lebenswerk erhält in diesem Jahr Frank Gehry. Der gebürtige Kanadier Gehry (79), der seit vielen Jahren in Kalifornien lebt, ist vor allem für seinen durch gebrochene Geometrie und die Transformation bekannter Formen geprägten Baustil bekannt. Unter anderem schuf er den Gehry-Tower in Hannover, die Gehry-Häuser im Medienhafen von Düsseldorf, das Tanzende Haus in Prag und das Guggenheim-Museum in Bilbao. Einen weiteren Goldenen Löwen bekommt der amerikanische Architekturhistoriker James Sloss Ackerman.

Der 50-jährige Betsky, der in der USA geboren wurde und in den Niederlanden ausgewachsen ist, leitet die Biennale zum ersten Mal. Neben der internationalen Schau in den 300 Meter langen Werfthallen des „Arsenale“ bricht die diesjährige Schau mit fast 60 Länderbeiträgen alle bisherigen Rekorde.