Cottbus. Boguslaw Malys gehört zu den Menschen, die täglich in den großzügig geschnittenen Etagen des IKMZ arbeiten. Der Leiter des Multimediazentrums der Brandenburgischen Technischen Universität schätzt den Bau. Doch er klagte schon vor Jahren über Lärmbelästigungen, an denen seine Mitarbeiter leiden. Deshalb sorgte der Landesbetrieb für Liegenschaft und Bauen als Bauherr der Bibliothek jetzt für Abhilfe: In Abstimmung mit den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron integrierte das Cottbuser Büro Keller, Mayer, Wittig einen neuen Multimediakomplex in die bestehende Gebäudestruktur. Uwe Wittig: „Es war uns wichtig, die Handschrift der Schweizer Kollegen nicht zu verändern.“ So hat sich sein Büro an Materialien und Farben orientiert, die bereits im IKMZ verwendet wurden.

„Als der Bau entstand, war noch nicht klar, dass im ersten Obergeschoss ein Multimediazentrum untergebracht werden sollte“, so Wittig. Daher waren die Computerarbeitsplätze für Film-, Internet- und Schneidetechnik dort nicht vor Lärm geschützt. „Wir wollten aber auch nicht einfach Wände einziehen, die das Einraumkonzept der Bibliothek zerstören“, so Wittig.

Daher haben er und seine Kollegen fast unsichtbar schallschluckende Waben in den ersten Stock integriert. Hier ist Platz für 20 Arbeitsplätze in Sicht-, aber nicht mehr in Hörweite der Bibliotheksnutzer. Organische Formen, Streckmetallverkleidungen und hohe Funktionalität kennzeichnen das Aussehen des neuen Zentrums. „Wir freuen uns darauf, hier arbeiten zu können“, sagt jedenfalls Boguslaw Malys.

Nicht sichtbar, aber ebenso wichtig: Die Neuerungen fügen sich ein in das komplizierte Klima- und Brandschutzkonzept des Gebäudes. Wittig und Partner, die gerade das neue Kreativzentrum am Nordrand einweihen konnten, sind mit Baukosten von rund 400 000 Euro knapp unter den Kalkulationen des Bauherren geblieben.