Sie waren von Eltern am Ende eines Informationsabends am Montag in der Oberkirche eingetragen worden.

„Wir gehen davon aus, dass wir im Sommer 2012 mit 58 bis 60 Schülern starten“, sagte Frank Olie, Vorstandsvorsitzender der Schulstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, vor rund 150 Zuhörern. Schon jetzt zählt die Stiftung mit 70 mehr Interessenten, als aufgenommen werden können.

Da das künftige Schulgebäude, die frühere Carl-Blechen-Grundschule, saniert werden muss, plant die Stiftung eine Interimslösung im jetzigen Steenbeck-Gymnasium. Das soll nach dem geplanten Umzug der Eliteschule ins „Bildungszentrum“ im Februar oder März frei werden. Dann sei das Gebäude für die Schulstiftung wie versprochen verfügbar, sagte Bildungsdezernent Berndt Weiße. „Wir haben keine Vorbehalte gegen die Entwicklung des evangelischen Gymnasiums, sondern sind stolz auf das, was hier passiert“, so Weiße weiter.

Nach den Worten von Frank Olie steht die Schulgründung für die Verbindung von christlicher Bildungstradition mit innovativer Pädagogik. „Wir verstehen uns nicht als privater, sondern als freier Schulträger“, betonte er.

Über die Zugangskriterien sagte Heinrich Dierkes vom Förderverein: „Die Schüler müssen nicht getauft sein.“ Auch eine konfessionelle Bindung der Eltern sei nicht Voraussetzung, wohl aber Aufgeschlossenheit gegenüber dem christlichen Schulprofil. Am künftigen evangelischen Gymnasium werde es keinen LER-Unterricht geben. Religionsunterricht und Schulgottesdienste seien jedoch Pflicht. Ab Klasse 8 soll es einen sprachlichen Zweig mit Latein und einen musischen Zweig geben. Dazu werden nach den Worten von Dietrich Hallmann Vereinbarungen mit dem Konservatorium und dem Kantorat der Oberkirche angestrebt.

Die Eltern müssen nach Angaben der Schulstiftung mit einem gestaffelten Schulgeld zwischen 45 bis 315 Euro im Monat rechnen. In sozialen Härtefällen sei jedoch auch eine Beitragsbefreiung möglich.

Aufnahmegespräche finden im Februar 2012 statt. „Zwei bis drei Wochen danach werden die Eltern eine Mitteilung erhalten“, sagte Frank Olie. Die stehe jedoch unter dem Vorbehalt der für Mai erwarteten Genehmigung der Schulgründung durch das Land.

Zahlreiche Eltern nutzten das Gesprächsangebot in der Oberkirche. Auf ihre Fragen antwortet Frank Olie, Vorstandsvorsitzender der Schulstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg/Schlesische Oberlausitz.

Wie sicher ist unserem Kind der Zweitwunsch, wenn die Schulgründung nicht zustande kommt.

Wenn Sie bei uns nicht zum Zuge kommen, muss Ihr Kind einen staatlichen Schulplatz erhalten.

Wann erfolgt der Umzug ins Gebäude der Blechenschule?

Nach maximal zwei Jahren. Sollte uns das alte Steenbeck-Gymnasium nur für ein Jahr zur Verfügung stehen, müssten wir auf dem Gelände der Blechenschule vorübergehend Unterrichtscontainer aufstellen.

Was passiert, wenn 90 Kinder angemeldet werden. Richten Sie dann einen dritten Zug ein?

Das würden wir gern tun. Platzgründe zwingen uns aber vorläufig zur Zweizügigkeit.

Planen Sie neben evangelischem auch katholischen Religionsunterricht?

Wenn die Anmeldungen vorliegen, werden wir das nach dem Wunsch der Eltern entscheiden.

Wird es eine Quote für Nichtevangelen geben?

Nein, wir verstehen uns als offene Schule. Besonders willkommen sind uns aber Menschen aus der evangelischen Gemeinschaft.

Wie sieht das Aufnahmeverfahren aus?

Es gibt keine Prüfungs-, sondern Kennenlerngespräche, an denen die Eltern gemeinsam mit ihrem Kind teilnehmen.

Gibt es eine Unterbringung für Kinder von außerhalb?

Ein Internat ist nicht geplant, weil es wirtschaftlich nicht realisierbar ist.