hatte mit einer großkalibrigen Waffe seines Vaters am 11. März dieses Jahres in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen. Die Pistole lag offen im Schlafzimmer der Eltern.Die Vorwürfe gegen den 50-jährigen Vater lauten auf fahrlässige Tötung in 15 Fällen, fahrlässige Körperverletzung in 13 Fällen und Verstoß gegen das Waffengesetz, teilte die Anklagebehörde am Freitag mit. Er habe die Pistole entgegen den strengen Vorschriften des Waffengesetzes so aufbewahrt, dass Tim K. sie an sich nehmen konnte. Es müsse nun geklärt werden, ob der Angeschuldigte hätte erkennen können, dass sein Sohn die Waffe möglicherweise zu einem Verbrechen benutzt. Auf fahrlässige Tötung stehen bis zu fünf Jahre Haft.Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren mit einem Strafbefehl beenden wollen. Der Stuttgarter Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger wies die nachgeordnete Ermittlungsbehörde aber an, Anklage zu erheben. Bevor es zum Prozess kommt, muss allerdings das Gericht diese zulassen. Ein Termin für die Hauptverhandlung steht laut Staatsanwaltschaft noch nicht fest.Unklar ist, wie gut der Vater die psychische Situation seines Sohnes kannte. Tim K. hatte viele Gewaltvideos im Internet geschaut. Über den Zustand des Jungen streiten auch Experten, die eine Erklärung für den Amoklauf suchen. Für einen Gutachter war er "ein zwischen Selbstzweifeln und Allmachtsfantasien schwankender Jugendlicher". Ein anderer Psychiater stufte ihn als "Masochisten" ein, der sich von Frauen so gequält sah, dass er diese durch "aggressive Gegenhandlungen" beherrschen wollte. dpa/das