Für die Verweigerung des Hitlergrußes und Äußerungen wie "Es gibt nur einen Führer, und das ist Jesus Christus" wurde Hanschkatz zunächst zum Tode und später zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Nach einem Bericht über Theresias Forschungsarbeit in der Lausitzer Rundschau meldeten sich zahlreiche Zeitzeugen bei ihr, die noch aus persönlichem Erleben über das lebensgefährliche Auftreten des Pfarrers berichten konnten. Bei öffentlichen Auftritten hat sich die Schülerin des Sängerstadt-Gymnasiums auch dafür eingesetzt, dass die nach der Wende abgenommenen Tafeln mit Namen von Antifaschisten am ehemaligen VVN-Ehrenmal - auf denen auch der von Walter Hanschkatz stand - wieder angebracht werden.

Theresia Maye hat sich mit ihrer Forschungsarbeit am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten beteiligt, der in diesem Jahr unter dem Motto "Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte" steht. Bundesweit nahmen daran 3631 Schüler mit insgesamt 1152 Beiträgen teil. Mit ihrem Beitrag zur Gegenüberstellung von Jesus Christus und Adolf Hitler am Beispiel von Pfarrer Walter Hanschkatz ist Theresia brandenburgische Landessiegerin in ihrer Altersklasse geworden.

Zur Auszeichnung war die Zehntklässlerin jetzt mit ihrer Tutorin Birgit Neidnicht in die Potsdamer Staatskanzlei zu einem Empfang bei Bildungsministerin Martina Münch eingeladen. Die eigentliche Preisverleihung zum Geschichtswettbewerb fand einen Tag später im Deutschen Historischen Museum in Berlin statt. "Bei dieser Veranstaltung ist das Engagement von Theresia und ihr Beitrag gegen das Vergessen von Walter Hanschkatz mehrfach hervorgehoben und gewürdigt worden", freut sich insbesondere Birgit Neidnicht.

Die Forschungsarbeit der Schülerin wird jetzt in gekürzter Form in der Jahresschrift "Speicher"-Heft vom Förderverein des Finsterwalder Kreismuseums veröffentlicht.