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| 01:38 Uhr

Amt droht ein Schulsterben

Massen. Im Amt Kleine Elster Niederlausitz droht ein Schulsterben. Möglicherweise wird von den drei Grundschulen in Massen, Sallgast und Crinitz am Ende nur noch eine übrig bleiben. Von Torsten Pötzsch

Für das Schuljahr 2011/12 liegen 23 Anmeldungen zur Einschulung in der Grundschule Massen vor – noch ausreichend, um eine 1. Klasse bilden zu können. Doch schon im nächsten Jahr wird es akut: Mit nur noch 16 Anmeldungen wird in Massen gerechnet. Statistisch gesehen wählen davon noch drei Kinder eine Schule in freier Trägerschaft. Klare Ansage vom Land: Mit nur 13 Kindern kann keine neue Klasse eröffnet werden.

Die Massener Schule als Kleine Grundschule mit jahrgangsübergreifendem Unterricht zu retten, wird vom Kreis abgelehnt. „Es gibt ausreichend Grundschulen in vertretbarer Entfernung“, erklärt Marlies Eilitz vom Schulverwaltungsamt – und meinte damit die Schulen in Finsterwalde. Sie war in dieser Woche zusammen mit Gerald Boese vom Staatlichen Schulamt in Cottbus in der Massener Aula vor zahleichen Eltern, Lehrern und Kommunalpolitikern aufgetreten, um die Situation zu erläutern und Fragen zu beantworten. Eilitz und Boese stellten in dieser Runde nicht nur die Massener, sondern gleich auch die Grundschulen in Sallgast und Crinitz auf den Prüfstand. Um die Massener Grundschule zu erhalten empfiehlt das Schulamt, die Schule in Sallgast „geschmeidig“ auslaufen zu lassen. „Langfristig wird es im Amt Kleine Elster nur noch einen Schulstandort geben“, erklärte Gerald Boese.

„Unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten werden wir bis zur letzten Sekunde um jeden einzelnen Standort kämpfen“, erklärte Amtsdirektor Gottfried Richter in der außerordentlichen Sitzung des Schul- und Sozialausschusses. Martin Schiffner, Sprecher der Elternvertretung, versicherte, „dass es niemanden gelingen wird, Zwietracht zu säen und einen Standort gegen den anderen auszuspielen“. Mit Familienfreundlichkeit habe diese Schulpolitik nichts zu tun, erklärten Eltern. Es sei höchste Zeit, in Brandenburg umzudenken, forderte der Sallgaster Thomas Wendt.