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| 02:40 Uhr

Alte Fotos aus der Schulzeit wecken Erinnerungen

Mit ihrem historischen Umzug ließen die Groß Oßniger die Geschichte ihres Ortes am Wochenende im 600. Jahr der Ersterwähnung des Ortes lebendig werden.
Mit ihrem historischen Umzug ließen die Groß Oßniger die Geschichte ihres Ortes am Wochenende im 600. Jahr der Ersterwähnung des Ortes lebendig werden. FOTO: Marion Hirche/jul1
Groß Oßnig. Seit zwei Jahren haben sich die Groß Oßniger auf das Jubiläum ihres Ortes vorbereitet. Bestätigt durch ein Dokument, das im Cottbuser Stadtmuseum liegt, begeht das 550-Seelen-Dorf in diesem Jahr 600 Jahre seit seiner Ersterwähnung. Marion Hirche / jul1

Am Wochenende wurde das Jubiläum mit einem historischen Festumzug, einer Ausstellung nebst einer geschriebenen Chronik zur Geschichte des Neuhausener Ortsteiles sowie mit dem Pflanzen einer Espe auf dem Festplatz und mit der Eröffnung der Alten Schule als Dienstleistungszentrum gefeiert.

"Hier bin ich ja drauf", jubelte Sabine Gruner beim Betrachten eines Fotos in der Ausstellung zur Geschichte von Groß Oßnig, die im Bürgerhaus zu sehen war. Das Foto zeigte ein Einschulungsfoto von 1959 und eines der Mädchen mit Zuckertüte war die Groß Oßnigerin. Bei dieser Entdeckung stand Helga Greif aus Klein Döbbern an der Seite von Sabine Gruner. "Ich bin die Lehrerin von Frau Gruner gewesen, das war meine erste 1. Klasse hier im Schulgebäude", erinnerte sich Helga Greif.

So wie zwischen den beiden Frauen wurde in Groß Oßnig viel über Geschichte gesprochen. Günther Troppa kam aus Gallinchen zum Fest und brachte ein Klassenfoto von sich mit: "Das sind die Jahrgänge 1925 bis 1927 auf dem Foto. Die Großen von der 5 . bis zur 8. Klasse hatten früh in der Schule Unterricht, wir Kleinen von der 1. bis zur 4. Klasse hatten von 10 Uhr an Schulstunden hier in dem Gebäude", berichtete der Senior.

Beim Fest am Wochenende wurde das sanierte Schulgebäude als Dienstleistungszentrum mit behördlicher Nutzung eröffnet. "Hier sind zukünftig ein Friseur und eine Fußpflege beheimatet. Die freiwillige Feuerwehr hat hier eine neue und doppelt so große Fahrzeughalle, moderne Sanitärbedingungen und einen Versammlungsraum", erklärte Neuhausens Bürgermeister Dieter Perko. Für die 678 000 Euro teure Sanierung hat die Gemeinde immerhin 318 000 Euro selbst investiert.

Nach dem Auftakt am Freitagabend in der Kirche gab es am Sonnabend einen großen Festumzug. Ein Vertreter der Bronzezeit, dargestellt von Dieter Manteufel, führte den Umzug an und trug eine originalgetreue Nachbildung des Tonnengefäßes aus der Bronzezeit, das auf der Groß Oßniger Gemarkung gefunden wurde. Im Zug waren unter anderem die Senioren zu sehen, die 2013 auf 60 Jahre Volkssolidarität zurückblicken; die Kleintierzüchter aus Drieschnitz, der Spremberger Hochzeitszug als Vertreter des Trachtengebiets sowie Frank Bullmann als Lehrer aus Schiefertafel -und Rohrstocktagen. Auch rund 30 Traktoren der Groß Oßniger Schlepperbuben fuhren im Zug mit.

"Wir haben uns alle auf das Jubiläumsfest gefreut und es läuft toll. Seit Wochen war unser Wohnzimmer mit Dokumenten belegt und da habe ich immer mal drauf geschaut und bin jetzt begeistert, was daraus geworden ist", betonte Hildegard Andrea aus dem Groß Oßniger Gemeindeteil Roschitz. Ihr Mann Dietmar gehörte neben Regina Joppe, Michael Roge und Marlies Ziem zu der Gruppe, die die Geschichte des Ortes recherchiert, die ihre Erkenntnisse in einem Buch festgehalten und die die historische Ausstellung zusammengetragen haben.

Ortsvorsteher Gerhard Blasius war begeistert von seinen Einwohnern und von den Gästen: "Es ist einfach grandios. Alle haben mitgemacht und alle haben jetzt Spaß." Sprembergs Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU) überbrachte Glückwünsche und Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) betonte: "Groß Oßnig ist eine der wenigen Gemeinden, wo die Einwohnerzahl noch steigt."