Ältere Menschen müssen mobil bleiben. Weite Wege zu Ärzten oder Einkaufsmärkten, fehlende Familienverbände und ausgedünnter Nahverkehr fordern das geradezu. Günter Teinze hilft ihnen dabei. Seit fast 50 Jahren ist der in Guteborn lebende Ex-Polizist als Verkehrserzieher in Brandenburgs Süden und Sachsens Norden unterwegs.

Inzwischen selbst 71 Jahre alt, hat er sich besonders der Gruppe der Senioren angenommen. Sie möchte er auf Verkehrsteilnehmerschulungen informieren, was es Neues auf den deutschen Straßen zu beachten gibt.

Nur mit diesem Wissen hätten sie die Chance, mobil zu bleiben. Andererseits will er sie aber auch sensibilisieren, ihre eigene Leistungsfähigkeit real einzuschätzen.

„Ältere Verkehrsteilnehmer müssen zur Kenntnis nehmen, dass sie Leistungseinbußen haben“, sagt Teinze. „Sie dürfen sich nicht selbst betrügen.“

Ehrlich zu sich selbst sein

Nur, wenn sie ehrlich mit sich selbst sind, könnten sie auch bewusst gegensteuern und sich danach verhalten. „Sie müssen weder in der Hauptverkehrszeit einkaufen fahren, noch Hunderte Kilometer in einem Ritt zurücklegen.“ Da könnten sie tatsächlich zur „rollenden Gefahr“ werden.

Generell sei derzeit allerdings davon keine Rede. Zwar sei auch im Oberspreewald-Lausitz-Kreis die Zahl der über 65-jährigen Veruracher von Unfällen von 398 im Jahr 2009 auf 431 im Jahr 2010 leicht angestiegen.

Doch im Vergleich zu den anderen Altersgruppen sind die älteren Autofahrer besser als ihr Ruf, sagt Teinze.

„Die Kreuze am Straßenrand verursachen eher junge Leute.“

Ältere Kraftfahrer sind weder bei überhöhter Geschwindigkeit noch bei Fahren unter Alkoholeinfluss auffällig. Allerdings hätten auch sie ganz spezifische Unfälle: Auffahrunfälle aufgrund längerer Reaktionszeiten und nachlassendem Sehvermögen, Vorfahrtunfälle an Kreuzungen und Einmündungen aufgrund von Überforderungen durch viele Reize oder auch von Routine geprägte Unfälle, falls sich plötzlich Schilder oder Straßenführungen verändert haben.

Dazu kommen Fehler beim Ein- und Ausparken oder beim Rückwärtsfahren, wenn die Beweglichkeit fehlt.

Moderne Technik nutzen

Günter Teinze rät den Kraftfahrern, die technischen Hilfsmittel, über die moderne Autos verfügen, auch zu nutzen. Rückfahrwarner, Ein- und Ausparkhilfen, Abstandswarner können hilfreich sein. „Oft wissen die Senioren gar nicht, was ihr Auto kann.“

Teinze schlägt vor, sich bei ADAC oder Verkehrswacht die Funktionen der Fahrzeuge erklären zu lassen.

Doch auch das öffentliche Leben müsste sich stärker darauf einstellen, dass immer mehr ältere Menschen in der Gesellschaft Verkehrsteilnehmer sind.

„Ampeln haben zu kurze Grünphasen für Fußgänger, Parklücken sind zu klein“, weiß Teinze. Dazu komme oft Rücksichtslosigkeit und Ungeduld bei Jungen und bei Alten.

Zum Thema:

Zum ThemaÄltere Kraftfahrer sollten im Blick haben,dass sich die Sehfähigkeit verändert, wodurch oft für den Straßenverkehr wichtige Informationen nicht aufgenommen werden können.dass Höreinbußen entstehen, die sich unmerklich einstellen und das Orientierungvermögen beeinflussen.dass die Beweglichkeit eingeschränkt wird, wodurch oft die Bedienung des Fahrzeuges behindert wird und Bewegungen, wie der Schulterblick, unterlassen werden.dass gesundheitliche Probleme oder auch die Einnahme von Medikamenten die Verkehrstüchtigkeit einschränken. hs