Zahlreich waren die Allmosener in ihr Bürgerhaus geströmt. Der Gesprächsbedarf indes tendierte gegen Null. Den Grundtenor, der bei den Dorfbewohnern vorherrscht, bringt Gerhard Mieth während des Nachhauseweges auf den Punkt: „Das erleben wir alle nicht mehr. Fraglich ist doch, ob es überhaupt so kommt. Der Lärm der vorbeidonnernden Brummis nervt erheblich mehr.“ Dem pflichtet auch Ingeborg Karraß bei. „Die Rückkehr des Tagebaus ist für uns Alte so weit weg.“

In der Diskussionsrunde zu Wort meldet sich lediglich eine Bahnsdorferin. Lieselotte Schmiedel will vom Vattenfall-Referent Uwe Krohn wissen, ob der Bahnsdorfer Friedhof vom Tagebau überrollt wird. „Da werden wir im Detail noch draufschauen müssen. Es kann auch Korrekturen geben“, so der Fachmann. Die Antwort ist für die angereiste Bahnsdorferin unbefriedigend. „Dann ist es wohl besser, dort keine Bestattungen mehr zu planen“, stellt sie für sich fest. Das Nachbardorf wird vom heranrückenden Tagebau noch krasser getroffen. 40 Bewohner aus Lindenfeld müssen ihr Zuhause verlassen.

In Großräschen ist die Agrargenossenschaft von der geplanten Landinanspruchnahme betroffen. 95 Hektar sollen ihr entzogen werden. Das bestätigt in Allmosen Angiola König von der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung im Brandenburger Infrastrukturministerium.

Um die Staubbelästigung zu reduzieren, hat Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) am Dienstagabend die Forderung aufgemacht, einen Emissionsschutzgürtel zwischen Tagebaukante und Allmosener Siedlung anzulegen. Im Bereich Bahnsdorf, so bestätigt Vattenfall-Referent Krohn, werde es mit Sicherheit solche Pflanzungen geben. In Bluno ist der Schutzstreifen bereits im Boden. Für Allmosen hat Uwe Krohn keine konkrete Aussage gemacht. Bürgermeister Zenker will die Forderung nach einem Schutzstreifen in die Stellungnahme der Stadt zum Braunkohleplan formulieren.

Der Bauausschuss hat sich am Dienstag einstimmig für die Vattenfall-Planungen ausgesprochen. Das letzte Wort dazu hat das Großräschener Parlament am 7. Dezember. Für den Bürgermeister ist aber klar, dass „eine Energieproduktion ohne Kompromisse nicht zu haben“ ist.