2012 ist schon wieder Geschichte und mit ihm das Weihnachtsfest. Erscheint es Ihnen auch so schnell vergangen, so unglaublich schnell? Und was das Weihnachtsfest betrifft auch so unglaubhaft?

Gottes Sohn, Mensch geworden, von einer Jungfrau geboren, von Engeln besungen? Später dann wundertätig, widerständig auch, gelitten, gestorben und begraben und schließlich auferstanden von den Toten? Wie kommt Ihnen das vor, wenn nicht unglaublich oder unglaubhaft?

Einer meiner Söhne gestand mir zum Weihnachtsfest, dass es ihm unglaubhaft erscheint. Das ergab ein schönes Gespräch über Glaubens- und Lebensfragen. Hätte ich ihm gesagt: Das musst du aber glauben, wäre das Gespräch wahrscheinlich kürzer und weniger schön geworden. So haben wir uns also darüber unterhalten, wie uns die Welt und das Leben so vorkommt im Großen und Ganzen und auch im sehr Persönlichen. So oft hat man das ja nicht zwischen Vater und Sohn.

Wie kommt uns das vor, was geschehen ist? Wie erscheint es uns? Wir Christen feiern am 6. Januar Epiphanias, die Erscheinung des Herrn. Was da in der Dunkelheit begonnen hat mit dem Kind im Stall, erscheint uns in einem anderen Licht. Der da gekreuzigt, gestorben und begraben war, erscheint uns in diesem Licht. Alles was vergangen ist und was kommen wird, erscheint uns in diesem Licht. Zumindest aber haben wir gehört von diesem Licht. Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, sagte der Engel doch. Das ist so ein Satz, den ich glauben möchte und teilen möchte mit anderen.

Die Finsternis vergeht und das wahre Licht erscheint jetzt, sagt der Apostel im 1. Johannesbrief. Irgendwo kommt ein Lichtlein her, sagt der Volksmund. Irgendwo her? Geht das nicht Genauer? Gott ist die Quelle dieses Lichtes und damit bleibt es unseren Zugriffen und Machtansprüchen entzogen. Was für ein Segen, dass wir über diese Quelle nicht beliebig verfügen und sie unseren Interessen dienstbar machen können! Sie würde aller Wahrscheinlichkeit nach zur Palastbeleuchtung verkommen. So wie mir Weihnachten vorkommt, dürfen wir aber weiter damit rechnen, dass es auch die Funzel eines Stalles ist oder die Wärme einer guten Nachricht, oder die Erleuchtung eines Augenblicks im Leben.

Muss ich mir Sorgen machen um meinen Sohn? Nein, muss ich nicht. Es liegt ja nicht in meiner Macht. Es kommt mir aber so vor, als hätte ein Licht geschienen in diesem Gespräch zwischen uns. Und dieses Licht hat den Raum um uns ausgeleuchtet. Dieses Licht kann auch im neuen Jahr in alles Ungewisse leuchten, was auf uns zukommt. Danach zu fragen und zu suchen lohnt sich.

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie auf der Suche an ganz andere Orte kommen, als sie dachten. Oder doch, wundern sie sich! Und freuen Sie sich darüber und fürchten Sie sich nicht!

Christian Jänicke,

Germeindepädagoge Pfarrbereich Knippelsdorf, Lebusa, Schöna-Kolpien