angeordnet hatte, wies der Verdächtige die Vorwürfe gegen ihn zurück, wie die Zeitung "Hürriyet" am Donnerstag meldete. Die Eltern von Kardelen forderten die deutschen Behörden auf, Kinder besser als bisher vor Gewalt zu schützen. "So etwas gab es nicht", rief K. laut "Hürriyet" nach seinem Hafttermin wartenden Journalisten zu. Die Wahrheit werde ans Licht kommen. Der 29-Jährige soll Kardelen im Januar vergewaltigt und getötet haben und anschließend mit seiner Frau Zehra in die Türkei geflohen sein. Er wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht und am Dienstagabend im südwesttürkischen Didim festgenommen. K.s Schwiegervater Kadir Ayaz, der nach eigenen Angaben an der Festnahme des Tatverdächtigen beteiligt war, spekulierte, K. wolle mit der Zurückweisung des Tatvorwurfs möglicherweise seine Frau Zehra mit in den Fall hineinziehen. Diese ist seit der Flucht des Ehepaares in die Türkei verschwunden. Er habe lediglich gehört, dass es seiner Tochter gut gehe, sagte Ayaz. Der Prozess gegen Ali K. wird voraussichtlich in der Türkei stattfinden, da die Türkei ihre Staatsbürger grundsätzlich nicht an andere Länder ausliefert. Eine endgültige Entscheidung über den Ort des Prozesses sei aber noch nicht gefallen, teilte die Justiz in Didim mit. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Paderborn wird derzeit die Übersendung von Ermittlungsunterlagen an die türkischen Behörden vorbereitet. Gegen die Ehefrau des mutmaßlichen Täters liege derzeit strafrechtlich nichts vor. Sollte sie an der Beseitigung der Leiche von Kardelen beteiligt gewesen sein, wäre dies nach Ansicht der Paderborner Staatsanwaltschaft Strafvereitelung, die nach deutschem Recht bei Begehung durch den Ehegatten nicht strafbar ist. Gleichwohl wollen die Ermittler die genauen Umstände klären, unter denen die Leiche beseitigt wurde. Die Eltern von Kardelen, Yasin und Döndü Kirac, sagten der Deutschlandausgabe von "Hürriyet" zufolge, nur Gott und sie selbst wüssten, welchen Schmerz sie durchlebten. Er überlasse alles der Justiz, fordere aber die Todesstrafe für den Mörder seiner Tochter, sagte Yasin Kirac. AFP/ig