Das räumt Petra Gollasch, die Vize-Vorsteherin der Finanzbehörde, ein. Den Rückstand beim Abarbeiten spürt Steffen Schulz aus Großräschen schmerzlich. "Seit zwölf Wochen warte ich auf meinen Steuerbescheid", sagt der Lausitzer, der seine Brötchen auf Montage in Bayern verdient und hohe Aufwendungen hat. "Das dauert arg lange", stellt er fest.

Der Mangel an Personal nach dem Ausscheiden von Mitarbeitern in den Ruhestand und nicht wieder besetzten Stellen und neue Strukturen durch das Zusammenlegen der Finanzämter Calau und Finsterwalde sind laut Petra Gollasch die Gründe für den Bearbeitungsrückstand. "Zudem werden Online-Steuererklärungen nicht mehr bevorzugt bearbeitet", erklärt sie. Der Fiskus nehme sich die Unterlagen der Steuerpflichtigen nach Posteingang vor. "Denn es ist ungerecht, Menschen, die nicht mit dem Computer umgehen können, deshalb länger warten zu lassen", erläutert Gollasch die Entscheidung. Betroffen seien hauptsächlich Rentner, von denen nunmehr auch viele neu die Erklärung abgeben müssten. Etwa 40 Prozent der Steuererklärungen kämen per Mausklick an.