In der Luft war das fast drei Tonnen schwere Teil aus Kohlefasern und Kunststoff nie, dennoch hat es 50 000 Flüge hinter sich. Bevor der Riesenairbus A 380 zugelassen wurde, erfolgten in Dresden an einer zu diesem Zweck gebauten Maschine Strukturbelastungstests und Materialermüdungsversuche.

Von 2005 bis 2012 wurden so die Anforderungen von 25 Jahren Betriebszeit simuliert, um die nötigen Aussagen über Lebensdauer und Ermüdungsverhalten wichtiger Teile zu erhalten. Nach der Zulassung des A 380 wurde die Erprobungsmaschine demontiert. Die Testfirma IABG GmbH schenkte den Cottbuser Luftfahrtenthusiasten das Hauptsegment des Seitenleitwerks. Rote Anbauelemente markieren die Stellen, wo Hydraulikzylinder bei den Tests die Kräfte simulierten, die bei Start, Landung und diversen Flugmanövern entstehen.

Der Flugplatzverein holte das Teil in Dresden ab, lagerte es ein und baute am Eingang das Betonfundament zur Aufstellung. Am Montag rückten dann ein Dutzend Vereinsmitglieder an, um mit dem Autodrehkran-Oldtimer des Museums und dem ebenso alten kleinen Dieselschlepper das Teil an den neuen Platz zu bringen und aufzustellen. Behutsam wurde es auf zwei kleine Wagen geladen und von der Dieselameise im Schritttempo zum Eingang gezogen. Dann wurde es vorsichtig abgeladen und der Kran umgesetzt. Doch auch mit komplett ausgefahrenem Arm ließ sich das Teil nicht auf die Halterungen setzen. Mit Brechstangen und Kettenzügen bewegten es die Männer in zweistündiger Arbeit per Muskelkraft Millimeter für Millimeter in die richtige Position und verschraubten es.

Der umgestaltete Eingang sorgt für viel weitere Arbeit. Zwei Radaranlagen mussten diesen Platz räumen und bilden künftig an der hinteren Freifläche einen neuen Ausstellungsbereich. Für ihn kommt demnächst die Antenne einer Funkmessstation P 12 aus Drewitz nach Cottbus. 2014 soll der neue Museumsteil fertig sein. Seit kurzer Zeit ergänzt ein Miniflugzeug die Freiluftschau. Ein Pilot aus Arendsee hatte den ungewöhnlichen Eigenbau "Kieseler" angefertigt und damit einen Jungfernflug unternommen.

Der neue Eingangsbereich und die zahlreichen Exponate können auch am 20. Oktober während der 19. Plastmodellbau-Ausstellung besichtigt werden.