„Die Energiesparlampe leuchtet zuerst, dann die Glühlampe“, erzählt Lukas Bleicher und tritt weiter kräftig in die Pedale des Hometrainers. „Der Wasserkocher geht am schwersten, dafür muss ich ganz schön treten“, konstatiert der 14-jährige Zagelsdorfer. Lieber schaltet er aufs Radio um. Wenige Sekunden später erklingt ein Lied aus dem CD-Player des Gerätes. Mit seiner Muskelkraft hat er den Plattenteller und den Laserabtaster im Abspielgerät in Betrieb gesetzt. Polarisiertes Licht lässt uns Töne hören – nur eine der zahlreichen technischen Errungenschaften, die unser Leben komfortabel gestalten. Sie sind inzwischen so alltäglich, dass wir gar nicht mehr darüber nachdenken.

Ausstellung solll anregen

Dazu anregen will die Ausstellung des Urania-Vereins „Erlebnis Natur“ Südbrandenburg und des Dahmer Kulturvereins. „Wir wollen bewusst machen, was Licht für uns Menschen und die Natur bedeutet. Ohne Licht wäre das Leben auf unserem Planeten in der bekannten Vielfalt nicht denkbar“, erklärt Kulturvereinschef Jochen Rose. Der Mensch lebe mit dem Tag- und Nacht-Rhythmus, nutze das Sonnenlicht zur Energiegewinnung und auch das Wetter werde davon beeinflusst. Andererseits störe ein Zuviel an künstlichem Licht im Freien während der natürlichen Dunkelheit den biologischen Lebensrhythmus von Pflanzen und Tieren. Deshalb sensibilisiere ein Ausstellungsteil des Nabu zum Thema „Ökologische Stadtbeleuchtung“ für einen sinnvollen Einsatz nächtlicher Beleuchtung und einen schonenden Umgang mit den Naturressourcen.

Auf vielfältige Weise können sich die Besucher dem Phänomen Licht im Museum nähern. Wie beim Regenbogen zeigt der Blick durch eine Spektralbrille die einzelnen Farben des Lichts. Im Kaleidoskop erzeugt Licht, das über zahlreiche Spiegel geleitet wird, eindrucksvolle Muster. Welche Lichtwellen für eine LCD-Anzeige auf dem Handy genutzt werden, wie Licht um Kurven oder über lange Strecken weitergeleitet werden kann und welchen optischen Täuschungen wir im Alltag erliegen, das lässt sich anhand verschiedener Experimente erkunden.

Auf den Kopf gestellt

Eine Umkehrbrille hat sich Nils Rosnau gerade aufgesetzt. „Damit steht alles auf dem Kopf“, erzählt der achtjährige Illmersdorfer seiner Mutter Anke. Diese blickt durch eine Glaskugel, die denselben Effekt bewirkt. „Die Umkehrbrille vermittelt unser ursprüngliches Sehen. So treffen die Bilder auf die Netzhaut unserer Augen. Erst im Gehirn werden sie umgewandelt“, erläutert der Physiker Jochen Rose. „Die Ausstellung ist sehr interessant und macht neugierig. Das Kaleidoskop hat mich an meine Kindheit erinnert“, sagt Annett Jüttner aus Schlieben und ist schon beim nächsten Experiment. Mit dem Lichtstrahl einer Taschenlampe bringt sie die Flügel einer Mühle in einer Glaskugel zum Drehen. Unser Leben mit LichtDie Ausstellung „Unser Leben mit Licht – sehen, begreifen, verstehen“ wird gefördert von der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Brandenburg und ist bis zum 29. Dezember im Dahmer Heimatmuseum zu erleben. Geöffnet ist das Museum dienstags bis freitags von 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr und außerdem vom 27. bis 29. Dezember von 10 bis 12 Uhr. Sonderführungen und Vorträge können unter Tel. 035451/493 (Tilo Wolf, Museum) oder 0170/5 85 18 32 (Jochen Rose) sowie per Mail an: info@naturatorium.de vereinbart werden.