Auch in Cottbus gibt es bereits den ersten Fall, nachdem es 2010 keine Erkrankung gegeben hat. Das bestätigte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte der RUNDSCHAU auf Nachfrage. Der Verband geht noch von weiteren Erkrankungen aus, da in der Statistik nur die bekannt gewordenen Fälle bis zum gestrigen Mittwoch auftauchen. Auch in anderen Bundesländern sind die Infektionszahlen sprunghaft angestiegen. Ärzte und Behörden warnen, dass es so viele Infektionen wie seit fünf Jahren nicht mehr gibt. Laut Robert-Koch-Institut gibt es bundesweit bereits 1605 Fälle – rund doppelt so viele wie im vergangenen Jahr.

Der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte fordert Eltern auf, Kinder gegen Masern impfen zu lassen. So empfiehlt das Robert-Koch-Institut ab dem vollendeten 11. Lebensmonat eine zweimalige kombinierte Schutzimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung). Diese Impfung könne auch mit einer Impfung gegen Windpocken kombiniert werden, so eine Sprecherin des Instituts. Bundesweit hatten 2009 bei der Einschulung 96,1 Prozent der Kinder die erste und 90,2 Prozent die zweite Impfung gegen Masern erhalten – Tendenz fallend.

Wie viele Schulkinder in Cottbus geimpft sind und ob es weitere Erkrankungen gibt, steht unterdessen nicht fest. Das Gesundheitsamt war für die RUNDSCHAU am gestrigen Mittwoch auch nach mehrmaliger Nachfrage nicht erreichbar.

„Bei Gefahr im Verzug würden wir die Bürger informieren“, sagte Stadtsprecher Peter Lewandrowski. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt unterdessen eine MMR-Impfung für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, wenn der Impfstatus unklar ist.