Das erklärt der Deutsche Anwaltverein (DAV) und weist auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamm (Az.: 26 U 116/14) hin.

Im verhandelten Fall wollte eine Frau vom Zahnarzt ihre Frontzähne sanieren lassen - vor der Behandlung wäre allerdings eine Schienentherapie notwendig gewesen, um eine Fehlfunktion der Kiefer zu behandeln.

Der Arzt stellte diese Fehlfunktion auch fest. Die Patientin wollte aber ausdrücklich zunächst die Frontzähne behandelt haben. Der Arzt gab dem Wunsch nach und behandelte erst die Frontzähne. Als Folge traten Fehlfunktionen der Kiefer-Muskulatur auf.

Die Frau klagte wegen dieser Fehlbehandlung. Das Gericht gab ihr recht und sprach ihr eine Erstattung der Behandlungskosten sowie Schmerzensgeld zu.

Die Richter stellten in ihrer Urteilsbegründung klar: Auch wenn es Patienten ausdrücklich wünschen, müssen Ärzte Behandlungen ablehnen, die gegen medizinische Standards verstoßen. Selbst wenn sie Patienten eingehend über mögliche Folgen aufgeklärt haben, dürfen sie nicht falsch behandeln, entschieden die Richter.