Dabei ist morgen schon der zweite Advent! Und viele sagen: „Verschaff dir ein paar ruhige Minuten, nimm dir Zeit im Advent!“ In der Tat – es ist erstaunlich, was noch alles so geht an zusätzlichen Terminen für Weihnachtsfeiern von Schulklassen, Arbeitskollektiven, Vereinen und Kulturveranstaltungen. Nur gut, dass man an Geschenke für das große Finale unterm Weihnachtsbaum schon seit September gedacht hat.

Dort soll es dann auch nach den vielen kleinen besonderen Terminen dieser Tage und Wochen zur besonderen Begegnung mit den uns besonders nahestehenden Menschen aus Familie und Verwandtschaft kommen. Dann werden auch die Veränderungen eines Jahres gemessen, im Guten wie im Schlechten. Mitten im Nachdenken über die Advents- und Weihnachtszeit ist mir ein Wort aus der Bibel von Paulus begegnet. Er schreibt der jungen Christengemeinde Roms in einem Brief: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob!“

Die Risiken der Advents- und Weihnachtszeit sind bekannt: Alle haben hohe Erwartungen, begegnen einander aber nur an der Oberfläche oder es kommt gerade wegen unseres Wunsches nach Harmonie zu Konflikten. Und doch – es wird uns allen jedes Jahr neu gesagt: „Christus ist auch für Dich Mensch geworden – Er ist zu Dir gekommen, wie Du bist, Er hat Dich angenommen – Du bist von Gott geliebt.“ Ob diese Botschaft uns helfen kann, das Band echter Gemeinschaft neu zu knüpfen? Dies bedeutet, dass wir in der Tat wieder neu fragen, was benötigt der andere wirklich an echter Zuwendung, Offenheit, Zeit und Annahme? Da müssten wir dann über unseren Schatten springen, um mit anderen das zu teilen, was wir selbst an Gutem empfangen haben. Paulus spricht dabei von einer neuen Zusammengehörigkeit, die sogar über familiäre Bande hinausgeht, die sogar Fremde und ganz Verschiedene in eine neue große Familie hineinführt, zu der Menschen gehören, die wissen: Gott ist in Jesus Christus auch zu mir gekommen, Gott hat mich angenommen – ich bin von Gott geliebt.

Diese verändernde Erfahrung brauchen wir immer wieder und besonders in dieser Zeit voller Erwartungen, damit aus Begegnung auch Gemeinschaft wird und Menschen zum Beispiel die Advents- und Weihnachtslieder nicht nur als überkommenes Kulturgut wahrnehmen, sondern eben auch und besonders zu Gottes Lob gemeinsam singen. Nutzen wir diese Möglichkeit, die alte Botschaft von Jesus Christus neu zu entdecken. Ich wünsche Ihnen dabei viel Freude auch an diesem Adventswochenende!

Gottfried Hain gehört der

evangelisch-freikirchlichen

Gemeinde Guben an