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| 01:22 Uhr

Adebar überwintert bei Ittners

Brenitz. Wenn Peter Ittner aus Brenitz zu seinen Enten geht, um sie zu füttern, nimmt er meist auch ein paar Mäuse mit, die Miezi vorher gefangen hat. Nicht für seine Enten. Auf die freut sich schon Meister Adebar. Der Storch hat den Abflug nach Süden verpasst – und lebt seit Wochen bei Ittners im Entengehege. Von Dieter Babbe

Im Oktober ist der Einzelgänger das erste Mal in Großkrausnik auf einer Pferdekoppel gesichtet worden. Hier näherte er sich immer mehr den Gärten und Höfen - und wurde sogar dabei beobachtet, wie er neugierig durch ein Fenster blickt.

Tage später wurde der Weißstorch in Brenitz entdeckt, wo er sich auf dem dortigen Horst in der gestutzten Linde auf der Dorfaue niederlässt. “Von hier aus ist er zur Futtersuche immer in Klaunigs Garten geflogen, wo ihn allerdings der Hund vertrieb„, hat Elfriede Opitz beobachtet - die 73-Jährige kümmert sich seit Jahren um den Storchenhorst vor ihrem Grundstück. Erst vor drei Wochen ist der Storch erneut umgezogen. Seitdem fühlt er sich unter den Enten von Peter Ittner ausgesprochen wohl. “Er holt sich das Futter aus den Näpfen, bekommt Fische und ab und zu auch Mäuse - die sind wichtig für seine Verdauung, wegen des Gewölles„, hat sich Peter Ittner informiert. Auch die Bibberkälte von minus 20 Grad, die in Brenitz in diesem Winter schon gemessen wurden, haben dem Storch nichts anhaben können. “Wichtig ist, dass er täglich mehrmals warmes Wasser bekommt„, kümmert sich der Brenitzer um das Tier, das täglich auch seine Runden übers Dorf zieht. Dabei achtet Peter Ittner immer auf eine gewisse Distanz - der Storch soll sich möglichst nicht an Menschen gewöhnen. “Mehr als zwei Meter gehe ich nicht an ihn heran.„

Winterstörche sind sehr selten in Brandenburg und auch in unserer Region. “Oft handelt es sich um Jungtiere, für die das Brutpaar nicht ausreichend Futter fand und denen die Kraft für den Flug nach Süden fehlt„, erklärt Adolf Weber, der Storchenbeauftragte des Naturschutzbundes für den Finsterwalder Altkreis. Er dankt der Familie Ittner dafür, dass sie sich so um den einsamen Storch kümmert - “denn ohne Fütterung würde er jetzt eingehen, allein findet er jetzt keine Nahrung„. Dabei sei auch wichtig, so Weber, dass Menschen nicht so dicht an das Tier herangehen und der Storch nicht zahm werde. Ansonsten könnte folgendes passieren: Das Tier besetzt im nächsten Jahr den Horst, sucht sich einen Partner, bekommt Nachwuchs - und am Ende überwintern alle in Brenitz. “Das ist nicht gewollt. Störche müssen ihrem natürlichen Trieb folgen und im Herbst ins Warme fliegen, wir Menschen sollten sie dabei nicht aufhalten„, so Weber. Bereits 1998 ist in Kleinbahren ein sogenannter Winterstorch gefunden worden. Jugendliche hatten das geschwächte Tier, das völlig ausgehungert war, aufgepäppelt und dann in den Finsterwalder Tierpark gebracht. Auch im Januar 2007 berichtete die RUNDSCHAU von einem “Silvester-Storch„, der sich zum Jahreswechsel in Schönewalde aufgehalten hat. Allerdings zeigte sich der Winter vor drei Jahren von einer eher frühlingshaften Seite. Sollte der Brenitzer Storch nicht mehr fressen oder anfangen zu kränkeln, wird er eingefangen und kommt in die Auffangstation, hat Adolf Weber mit Ittners vereinbart.

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Elfriede Opitz und die Brenitzer StörcheSeit Jahrzehnten nisten in Brenitz Störche - doch erstmals hat hier einer sogar überwintert. “Schon als Kinder haben wir die Tiere gern beobachtet„, erinnert sich Elfriede Opitz. Seit Jahren hat die 73-Jährige den Horst auf der gestutzten Linde im Blick und hält fest, wann die Tiere kommen, wieder abfliegen und wieviel Nachwuchs es hier gibt. “In diesem Jahr hatten wir zwei Junge, voriges Jahr gab es Drillinge, 2007 sogar Vierlinge„, weiß die Brenitzerin zu berichten.

Elfriede Opitz kümmert sich seit Jahren um die Störche, die im Horst vor ihrem Grundstück nisten. Fotos: Dieter Babbe
Elfriede Opitz kümmert sich seit Jahren um die Störche, die im Horst vor ihrem Grundstück nisten. Fotos: Dieter Babbe