Zwar sprächen Indizien auch für eine Täterschaft im Fall der ersten Tochter Celine; sie ließen jedoch keinen zweifelsfreien Schluss zu. Daher wurde die Frau in diesem Anklagepunkt freigesprochen. Das Urteil nahm sie regungslos entgegen.Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre Haft wegen dreifachen Totschlags gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Verteidiger Dirk Simon wertete den Freispruch im Fall Celines als Teilerfolg. Die Kammer hatte seiner Mandantin in diesem Fall, nicht aber bei Lisa und Marie, verminderte Schuldfähigkeit zugestanden. Während des Prozesses hatten Gutachter hingegen volle Schuldfähigkeit attestiert. Das Urteil müsse in der kommenden Woche geprüft werden, so Simon.Die Leichen der Kinder waren Ende 2007 in drei Wohnungen im sächsischen Plauen gefunden worden - in einem Koffer, in einer Tiefkühltruhe und in einem Blumenkübel. Celine starb nach Angaben der Mutter wenige Tage nach der Geburt im Februar 2002 am plötzlichen Kindstod. Lisa, die im Januar 2004 in der Badewanne geboren wurde, sei ertrunken, Marie (September 2005) angeblich erstickt. Das Gericht entschied, sie habe den Tod der beiden neugeborenen Mädchen zumindest billigend in Kauf genommen. Der Fall war ins Rollen gekommen, als die älteste Tochter nicht zur Vorschuluntersuchung erschien. Die Mutter führte die Beamten daraufhin zu einer Leiche. dpa/han