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| 01:45 Uhr

Acht Hundewelpen ausgesetzt

In diesem Kinderlaufgitter hat der Besitzer die acht Tiere vor der Tür des Cottbuser Tierheims ausgesetzt. Foto: Adelheid Floß
In diesem Kinderlaufgitter hat der Besitzer die acht Tiere vor der Tür des Cottbuser Tierheims ausgesetzt. Foto: Adelheid Floß FOTO: Adelheid Floß
Cottbus. Acht Hundewelpen hat ein Cottbuser Tierhalter frühmorgens vor der Tür des Cottbuser Tierheims ausgesetzt. Reumütig hat sich der Besitzer aber einen Tag später beim Ordnungsamt gemeldet. Adelheid Floß

Mittwochmorgen um 7.15 Uhr habe vor der Eingangstür des Tierheims Cottbus am Großen Spreewehr ein Babylaufgitter mit acht Hundewelpen gestanden, erzählt die stellvertretende Vorsitzendes des Cottbuser Tierschutzvereins, Helga Meinicke. Fest stand, dass die Tiere ausgesetzt worden sind. "Das ist eine Straftat und die wird geahndet", betont die Tierschützerin. "Für jede Situation gibt es bei uns ein offenes Ohr und wir versuchen zu helfen."Donnerstag Mittag erschien ein junger Mann im Tierheim und gestand, dass es sich bei den Welpen um den Nachwuchs seines Dobermannmischlings handelt. Der Cottbuser, der seinen Namen nicht öffentlich nennen möchte, erzählt: "Das war eine Kurzschlussreaktion." Der Nachwuchs sei nicht geplant gewesen. Bei einem Spaziergang mit dem Hund hätte er sich eine Zigarette angezündet. Während er sich mit seinem Freund unterhalten habe, sei seine zweijährige Hündin von einem Schäferhund besprungen worden. "Da ist es passiert."Als die Welpen auf die Welt kamen, habe er sie in seiner Zweiraum-Wohnung neun Wochen lang betreut, berichtet der junge Mann. Plötzlich sei bei ihm die Angst aufgekommen, was er mit den vielen Welpen machen soll. Dass es ein Fehler war, sie einfach vor die Tür des Tierheimes zu setzen, wisse er nun."Es ist anständig, dass er sich gemeldet hat", sagt Helga Meinicke. Wichtig sei für das Tierheim, dass das Alter der Tiere und ihre Herkunft bekannt sind. "Wir werden die Hunde interessierten Tierfreunden weitervermitteln", versichert Helga Meinicke.Dass es nicht so weit kommen muss, versucht die Hundetrainerin Angelika Luba zu vermitteln. "Wenn ein Hund plötzlich von einem anderen Hund besprungen wird, ist noch genügend Zeit, um zu handeln." Innerhalb von drei Tagen könne der Tierarzt verhindern, dass es zu einer Befruchtung kommt. Sie rät dem 27-Jährigen, seine Hundedame kastrieren zu lassen.Nach einem Gespräch mit Helga Meinicke haben sich die Wogen inzwischen geglättet. "Er hat sich beim Ordnungsamt gemeldet und seine Tat bereut", sagt Helga Meinicke. Weil es sich um einen Tatbestand handelt, der bestraft werden muss, hätten sie sich geeinigt, dass der 27-jährige arbeitslose Cottbuser 250 Arbeitsstunden in der Hundeanlage des Tierheims leistet. Adelheid Floß