Als das akademische Viertel verstrichen war, mussten fünf Zeugen unverrichteter Dinge wieder abziehen: Roland D. hatte es vorgezogen, der Verhandlung gegen ihn vor dem Amtsgericht Lübben fernzubleiben. Die Staatsanwaltschaft Cottbus wirft dem Mann aus Peitz vor, in Lübbenau und Vetschau in zwei Fällen ohne Führerschein gefahren zu sein. Einmal habe er zudem Fahrerflucht begangen.

Die Aktenlage sei eindeutig. Das veranlasste das Gericht, auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl zu verhängen. Darin wird D. zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung, verurteilt. Der Mann muss zudem 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und darf zwei Jahre keinen Führerschein beantragen. Der Strafbefehl wird nun einem vom Gericht bestellten Pflichtverteidiger zugeleitet. Danach kann Einspruch gegen das Urteil eingelegt werden – was eine weitere Verhandlung nach sich zieht, zu der D. erscheinen müsste. Ansonsten ist er Einspruch hinfällig.

Der Mann aus Peitz ist kein unbeschriebenes Blatt. Mehrere Vorstrafen wegen Körperverletzung und Nötigung sind aktenkundig. Aus dem Jahr 2003 stammt ein Urteil über acht Monate Freiheitsentzug wegen Trunkenheit am Steuer und Fahrens ohne Führerschein.