Doch sie taten ihre Arbeit routiniert. Sicherten zunächst die Beweisstücke am Ort des brutalen Geschehens und untersuchten auch die tote Alyssa auf Spuren, die sie eindeutig zum Täter führen konnten.

Der damals 20-jährige Mann, Maurice M., der das Mädchen mit insgesamt 78 Messerstichen so zugerichtet hatte, saß da bereits in einem Rettungswagen in der Nähe des Tatorts und wurde von Polizisten bewacht. Er war auf den Gleisen in der Nähe des Tatorts festgenommen worden. Seine Hände waren blutverschmiert.

Neben den eindeutigen Beweisen am Tatort kümmerten sich die Kriminalisten aus Königs Wusterhausen und Cottbus aber auch relativ früh um die Sicherung von Handy- und Chat-Daten aus dem Netzwerk, über das sich Alyssa und Maurice M. kannten. Sichergestellt wurde außerdem ein Abschiedsbrief, den der mutmaßliche Täter in der Nacht vor der Tat für seine Mutter geschrieben hatte.

Der Brief wird interessant, wenn es letztlich um die Beurteilung der Tat geht. In dem Schreiben, das am Freitag verlesen wurde, schreibt Maurice M. - so absurd es klingt - über eine Pinguin-Figur in seinem Zimmer: "In ihm leben wir weiter." Das Gericht wird beurteilen müssen, ob dieses "wir" darauf hindeutet, dass Maurice M. am Abend vor der Tat schon die Absicht hatte, Alyssa und sich selbst zu töten. Damit wäre der vorsätzliche Tatbestand des Mordes schwer zu widerlegen.

Zur Sprache kamen in dem Prozess am Freitag auch die offensichtlich sadomasochistischen sexuellen Fantasien, mit denen Maurice M. das viel jüngere Mädchen immer wieder konfrontierte. Sie lassen sich aus den Chat-Protokollen herauslesen, die die Kriminalpolizei gesichert hatte.