Davor hatten bei einer nicht öffentlichen Trauerfeier die Familie, Freunde und Weggefährten Abschied von Heesters genommen, der an Heiligabend im Alter von 108 Jahren gestorben war.

Bei der Zeremonie in der Aussegnungshalle des Münchner Nordfriedhofs würdigte Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) Heesters als „Jahrhundertzeuge“. Er habe Menschen „neun Jahrzehnte lang fasziniert und aufs beste unterhalten“, sagte Spaenle. „Mit Johannes Heesters hat uns ein Mensch verlassen, der wie kein zweiter ein ganzes Jahrhundert geprägt hat und auch umgekehrt von ihm geprägt wurde“, sagte er.

Der Operettenstar war am 24. Dezember im Alter von 108 Jahren im Krankenhaus seines bayrischen Wohnortes Starnberg gestorben. Der gebürtige Niederländer hatte seine Karriere als Entertainer vor 90 Jahren begonnen. Er galt als letzter Vertreter einer Generation deutscher Unterhaltungskünstler aus dem vorigen Jahrhundert, zu der auch Heinz Rühmann, Theo Lingen und Heinz Erhardt gehörten. Seit er 1938 in München in der Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehar den „Grafen Danilo“ verkörperte, war Heesters für sein feines Auftreten bekannt. In „Der Bettelstudent“ spielte er 1936 an der Seite Marika Rökks seine erste große Filmrolle. Umstritten war Heesters auf Grund seines Aufstiegs im Dritten Reich. Zwar machte der Schauspieler keine gemeinsame Sache mit den Nationalsozialisten, stellte sich aber für propagandistische „Ablenkungsfilme“ zur Verfügung, die die Deutschen im Zweiten Weltkrieg beruhigen sollten.

Die Trauerfeier für Heesters war vom Starnberger Pfarrer Konrad Schreiegg geleitet worden.