Lauchhammer/Kleinkmehlen. Die derzeit in den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster erhobenen Müllgebühren decken die Kosten für Sammlung und umweltgerechte Entsorgung der Abfälle und Wertstoffe zwar nicht mehr vollständig. Trotzdem kann und will der Abfallentsorgungsverband „Schwarze Elster“ mindestens bis zum Jahr 2015 darauf verzichten, an der Gebührenschraube zu drehen. So lange gibt der Sparstrumpf den Gebührenausgleich rechnerisch noch her. Kraft des Gesetzes ist dieser aus Mehreinnahmen noch gut gefüllte Topf sowieso zu leeren. Denn der Zweckverband ist verpflichtet, kostendeckend zu kalkulieren. Das heißt: Einsparungen müssen ebenso an die Gebührenzahler zurück- wie erhöhte Ausgaben an diese weitergegeben werden.

Tonnen-Rebellion in Kmehlen

Ganz praktisch bringt genau dies Harry Schwarz aus Klein kmehlen auf die Palme. Für die Entsorgung von Restmüll müssen die Haushalte im hiesigen Verbandsgebiet in Vorkasse gehen. Und das sieht der Rentner, dem mit der Grundgebühr eine schwarze Tonne für das Jahr im Voraus in Rechnung gestellt wurde, nicht ein. „Wenn ich mir im Geschäft ein Stück Butter kaufe, bezahle ich doch auch nicht zwei, weil ich in einigen Tagen mal wieder eines brauchen könnte“, erklärt Harry Schwarz. Im laufenden Jahr 2011 bekomme er die 120-Liter-Tonne, die er schon bezahlen sollte, gar nicht voll. Der Hauseigentümer weigert sich, in Vorleistung zu gehen. Der Abfallverband kündigt deshalb an, den Gerichtsvollzieher zu schicken, um die umstrittene Tonnengebühr einzutreiben.

Am günstigsten für alle

Verbandsvorsteher Bernd Frosch begründet das Prozedere der Restmülltonnen-Vorkasse wie folgt: Seitdem die geleerten schwarzen Tonnen über den elektronischen Chip am Behälter registriert werden, müssen vor der Entsorgung keine Müllmarken mehr gekauft werden. Die nun für jeden Privathaushalt genau bekannte Anzahl der Leerungen des Vorjahres werde den Hausherren in zwei Raten für das folgende Jahr mit der Grundgebühr im Voraus in Rechnung gestellt – um zu sparen. „Der Verband muss die Leistungen der Restmüllentsorgung vorfinanzieren“, erklärt Bernd Frosch. Dies erfolge mit den Abschlägen der Bürger. „Wir könnten die erforderlichen Mittel über Darlehen auch zwischenfinanzieren. Dafür müssten aber mehr Sollzinsen gezahlt werden, als die Bürger für die vergleichsweise geringen Beträge auf ihren Girokonten an Habenzinsen bekämen“, rechnet der Verbandsvorsteher vor. Zudem sei der Abfallverband verpflichtet, alle Kosten zu 100 Prozent auf die Gebührenzahler umzulegen. Dies sei auch für Zwischenfinanzierungen der Fall. „Mit dem Modell der Vorkasse für die Restmülltonnen fährt auch der Kunde am Ende am besten“, versichert Frosch. Auch dies sei so geregelt worden, um die Gebühren so niedrig wie möglich zu halten. Die Erträge im Verband sinken jährlich um zwei Prozent. Dafür seien der Bevölkerungsschwund und sinkende Müllmengen, vor allem aus den in der Anzahl steigenden sparsamen und gut sortierenden Senioren-Haushalten, ursächlich.

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Zum ThemaDie Grundgebühr pro Person und Jahr liegt im Gebiet des Abfallentsorgungsverbandes „Schwarze Elster“ auch im Jahr 2012 weiter bei 29,52 Euro. Das hat die Verbandsversammlung in Lauchhammer mit dem Wirtschaftsplan beschlossen.Im nächsten Jahr sind die Leistungen für das Einsammeln und Entsorgen von Rest- und Sperrmüll für das Verbandsgebiet neu auszuschreiben.