Und dennoch stiegen dieTeilnehmerzahlen unaufhörlich, zum Beispiel 1959 bis auf 300 im Ostseebad Kühlungsborn.

Jahresurlaub geopfert

Mit Freude, Hingabe und Spaß an der Sache opferte man einen Teil seines Jahresurlaubs, um dabei zu sein. Eine Woche Freizeit, Tennis und Urlaubsvergnügen im Kreise von "Artgenossen" war schon etwas Besonderes.

Leistungsmäßig war es die Zeit der Elsterwerdaer Damen Goßlau (oftmalige Bezirksmeisterin der Damen von Cottbus), Sanne, Müller und Marenz sowie der Herren Moritzky, Peglau (Berlin), Starke (Erfurt) und Korte (Kirchmöser), die stets das Siegertreppchen zierten. In den 60er-Jahren kam die Domäne der Frankfurter mit Ilona Röger bei den Damen und den Herren Manfred und Dieter Aust. Namen wie Mauss, Brundisch, Krampe und Lenz aus Elsterwerda oder Hackel, Dr. Popp und Dr. Freund aus Jüterbog sowie Jürgen Schöttner aus Frankfurt gingen in die Chronik der Vor-Wendezeit ein.

Uhren tickten jetzt "Anders"

Anfang der 90er-Jahre waren es besonders die Frankfurter und 1996 die Leipziger Tennisfans, die unter neuen Voraussetzungen für eine Neubelebung des inzwischen unter dem Namen "Lothar Kluge Senioren-Turnier" laufenden jährlichen Veranstaltung sorgten. Und als 2002 in Elsterwerda eine völlig neue Tennisanlage auf dem Gelände des ehemaligen Stadtbads eröffnet wurde, tickten fortan auch die Uhren in Richtung Eisenbahner- Meisterschaften in der Lausitz wieder "Anders".

Sofort lud der Vereins-Vorsitzende Dieter Anders zum 30. Turnier- Jubiläum die Senioren aller Bundesländer auf "seine" Anlage an der Schwarzen Elster ein und es kamen auf Anhieb 80 Teilnehmer. Inzwischen hat es Dieter Anders auch als Aktiver von 1996 bis in die Gegenwart auf eine Vielzahl von Titelgewinnen und hervorragenden Platzierungen bei diesen repräsentativen Wettkämpfen gebracht.

Zehn Jahre sind seit 2002 in den einzelnen Austragungsorten vergangen. In Eisenach wurde in diesem Jahr mit 81 Teilnehmern in 16 Konkurrenzen unter der umsichtigen Leitung von Lutz Maier-Rehn das 40. Jubiläum der Lok-Senioren- Meisterschaften gefeiert. Mit fünf Titeln und drei Platzierungen kehrten die Vertreter aus Elsterwerda und Frankfurt in die Süd-Region des Tennis-Verbandes Berlin-Brandenburg zurück - erfolgreich wie immer.

Überraschungssiegerin

Bei den Damen 40 gab es mit Mandy Aust vom TC Frankfurt eine Überraschungssiegerin. In der AK 60 triumphierte die Sielowerin Marion Wolf für den TV Elsterwerda. Unangefochten gewann Falk Schöler (Frankfurt) in der AK 40 der Herren und Dieter Anders (TV Elsterwerda) war sowohl in der Einzel-Konkurrenz der AK 60 als auch gemeinsam mit Erhard Wolf im Doppel erfolgreich.

Zu würdigen gilt es das hohe Engagement der Funktionäre und Organisatoren aus den Vereinen von damals wie heute, denen es bisher immer wieder mit Bravour gelungen ist, Jahr für Jahr derartige Veranstaltungen für die "Abenteurer des Schienenstranges" mit hervorragendem Rahmenprogramm zu inszenieren.

Verschworene Gemeinschaft

Eberhard Geske - oftmaliger Titelgewinner von Lok Berlin-Schöneweide - hat es einmal auf den Nenner gebracht: "Es ist ein bundesweites Turnier, bei dem nicht nur Tennis gespielt wird, sondern Freundschaften über Jahrzehnte gepflegt werden und in der gemeinsamen Mottenkiste gekramt wird." Keine andere Tennis-Veranstaltung in den neuen Bundesländern kann auf derartigen Zuspruch verweisen. Es ist immer wieder die gleiche verschworene Gemeinschaft in ganz besonderer Atmosphäre.

Und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, denn mit Halberstadt, Frankfurt/Oder, Berlin, Elsterwerda, Eisenach und Blankenburg stehen die Austragungsorte der Eisenbah ner-Meisterschaften von 2013 bis 2018 schon fest.