Beifall und Füßetrampeln belohnen die Cottbuser Tanzpädagogin Mandy Schultka und ihre Assistentin Sylke Michael am Donnerstagnachmittag im Gubener Begegnungszentrum der Volkssolidarität. Eineinhalb Stunden Tanzworkshop zur Filmmusik "Fluch der Karibik" und "Jiffy Mixer" (Moderner Jazztanz) haben sie soeben mit den 30 niederländischen, polnischen und deutschen Kindern beendet. Auch die Tanzlehrerin schwärmt: "Ich habe selten so rhythmusbegabte und aufmerksame Kinder erlebt. Das hat auch uns Spaß gemacht." Andrzelika und Jagoda, jede zwölf Jahre alt, schwärmen vom soeben erlebten Tanz und vor der Vorführung der Polizeihunde am Abend zuvor. "Bisher hat uns eigentlich alles gefallen", übersetzt Deutschlehrerin Katarzyna Pacyna. Auch Iris und Eveline aus der niederländischen Partnerschule äußern sich ähnlich. Ihre Lehrerin Joke Beukema übersetzt, dass ihnen am Mittwoch auch das Spielen im Wald und der Besuch am Vormittag im Freizeitbad gefallen habe. Sie freuen sich auf die Playback-Show, die sie daheim eingeübt haben und am Abend beim Zusammensein aufführen werden. Ursprünglich sollte es während des Camps der drei Schulen, die über das Comeniusprojekt der Europäischen Union und deren Pädagogischen Austauschdienst partnerschaftlich verbunden sind, auch eine Disko geben. Aber schon am Mittwoch hatte Frank Köditz, Leiter der Krabat-Grundschule in Jänschwalde Ost, am abendlichen Lagerfeuer im Touristenstützpunkt erklärt, warum dieses Mal keine Disko stattfinden werde: "Unsere polnischen Freunde haben signalisiert, dass sie daran nicht teilnehmen werden, weil ihn ihrem Land aufgrund des Flugzeugabsturzes Staatstrauer ist." Bereits am ersten Tag des Camps hatten Teilnehmer brennende Teelichte im Gedenken an die Flugzeugabsturzopfer vor dem Lagerfeuer abgestellt. Köditz äußert Erstaunen ob des Verständnisses der Zehn- bis Zwölfjährigen in Bezug auf die Programmänderung sein. Einige Kinder, hören sie jedoch zum ersten Mal, schlucken ein bisschen. Hinter den Campteilnehmern liegt an diesem Mittwochabend bereits eine Waldrallye mit Patenrevierförster Alf Pommerenke. Fragen und Aufstellungen waren dreisprachig vorbereitet worden. Und in drei Sprachen wird auch die Überraschung des Begegnungscamps an dessen Teilnehmer herangetragen: die Vorführung von Diensthunden der Wache Cottbus des Polizeischutzbereiches Cottbus/Spree-Neiße. Eindringlich erklärt Polizeiobermeister Andreas Schötz, unterstützt von den beiden Dolmetscherinnen, den Kindern, wie sie sich verhalten sollen, um während der Vorführungen nicht die Aufmerksamkeit der Hunde zu stören oder gar auf sich zu lenken: "Die Hunde suchen mit der Nase. Das ist eine große Anspannung für sie. Lautes Sprechen lenkt sie ab. Und habt keine Angst! Wenn doch, stellt euch nicht nach vorn. Wenn ein Hund auf euch zukommt, weicht nicht zurück, reißt die Arme nicht hoch." Doch die Neugier der Mädchen und Jungen ist groß, zumal einige von ihnen eigene Sachen für die Suchübung von Fährtenspürhund Willi beisteuern dürfen. Es ist das Abenteuer, auf das vor allem die niederländischen Kindern gelauert haben und Ersatz für die nicht im Programm vorgesehene Gespenstersuche.