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| 14:19 Uhr

Das SANA Herzzentrum informiert...
Wenn jede Minute zählt: Notfall Herzstillstand

 Übung macht den Meister: Am Donnerstagabend trainieren die Besucher die effektive Herzdruckmassage und lernen, wie einfach Leben retten sein kann. „Im Notfall müssen Sie etwas tun“, fordert Dr. Axel Harnath die Besucher auf.
Übung macht den Meister: Am Donnerstagabend trainieren die Besucher die effektive Herzdruckmassage und lernen, wie einfach Leben retten sein kann. „Im Notfall müssen Sie etwas tun“, fordert Dr. Axel Harnath die Besucher auf. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau / Theresa Pohl
„HERZMEDIZINkompakt“: Am Donnerstagabend hat die Vortragsreihe, eine Gemeinschaftsaktion des Sana-Herzzentrum Cottbus und der LAUSITZER RUNDSCHAU, bereits zum vierten Mal mehr als 100 Lausitzer in das Cottbuser Medienhaus gelockt.

Es ist das wohl erschreckendste Notfallbild, dass sich Lausitzer vorstellen können: der plötzliche Herztod. „Dieser Notfall ist ein unerwartetes Herz-Kreislauf-Versagen und führt ohne entsprechende Behandlung innerhalb weniger Minuten zu einem natürlichen Tod infolge kardialer Ursache“, erklärt Dr. Axel Harnath, Chefarzt der Kardiologie am Sana-Herzzentrum Cottbus, den Lausitzern, die am Donnerstagabend ins Medienhaus gekommen sind. Neuste Analysen zeigen, dass allein in Deutschland jährlich etwa 80 000 Todesfälle auf den plötzlichen Herztod zurückzuführen sind. „Damit zählt dieser Notfall zu den häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt“, so der Chefkardiologe.

Es drängt sich unweigerlich die Frage auf: Bin ich selbst auch gefährdet? „Hatten Sie schon einmal einen Herzinfarkt? Leiden Sie an einer Herzleistungsschwäche? Hatten Sie schon einmal einen Herz-Kreislauf-Stillstand? Haben Sie eine genetische Veranlagung? Sind Sie herzkrank und hatten schon einmal bestimmte Herzrhythmusstörungen? Wenn Sie eine dieser Fragen mit ‚Ja‘ beantworten können, dann zählen Sie zur Risikogruppe.“

Kommt es zum Notfall, zählt jede Minute

In 80 bis 90 Prozent aller Fälle geht dem plötzlichen Herztod ein Kammerflimmern voraus. Dabei krampft das Herz und zittert mit einer Frequenz von 300 bis 600 Schlägen pro Minute. „Es ist klar, dass dann keine normale Versorgung des Körpers mit notwendigem sauerstoffreichen Blut stattfinden kann. Es ist klar: Sie müssen etwas tun. Tun Sie nichts, führt der Kreislaufstillstand innerhalb von zehn Minuten unweigerlich zu irreversiblen Hirnschäden und letztlich zum Tod.“ Dieses Kammerflimmern könne nur mit einem Stromschlag beendet werden.

Oft höre der Chefkardiologe des Sana-Herzzentrum Cottbus, dass Angehörige von Betroffenen „warten, bis der Arzt da ist“. Genau das sei aber der schlimmste Fehler, denn „ehe der Notarzt eintrifft, vergehen acht bis elf Minuten.“ Nur wer mit einer Herzdruckmassage hilft, kann den Kreislauf in Gang halten und so Leben retten.

Richtige Versorgung für Risikopatienten

 Dr. Axel Harnath, Chefarzt der Kardiologie am Sana-Herzzentrum Cottbus (links im Bild), stellt sich gern den Fragen der Besucher. „Es geht uns darum, Aufklärung zu betreiben und den Leuten die Angst zu nehmen.“
Dr. Axel Harnath, Chefarzt der Kardiologie am Sana-Herzzentrum Cottbus (links im Bild), stellt sich gern den Fragen der Besucher. „Es geht uns darum, Aufklärung zu betreiben und den Leuten die Angst zu nehmen.“ FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau / Theresa Pohl

80 Prozent aller Notfälle treten in der häuslichen Umgebung auf. Insbesondere deshalb ist es wichtig, dass Risikopatienten frühzeitig überwacht und behandelt werden. Ist die Ursache eine Tachykardie, also zu schneller Herzschlag, wird ein Defibrillator, so groß wie eine Streichholzschachtel, unter lokaler Anästhesie implantiert. „Diese winzigen Geräte überwachen den Herzrhythmus und greifen mit einem Elektroschock ein, wenn es notwendig wird“, erklärt Dr. Axel Harnath. Liegt die Gefahr darin, dass das Herz zu langsam schlägt, also eine Bradykardie, behandeln die Kardiologen und Herzchirurgen der Cottbuser Spezialklinik mit einem Impulsgenerator zur elektrischen Stimulation des Herzmuskels zur Kontraktion – dem Herzschrittmacher.

„Wer von Ihnen hier im Raum ist denn mit einem Schrittmacher oder einem Defibrillator versorgt?“, fragt Dr. Volker Herwig, Oberarzt der Herzchirurgie. Sieben Besucher melden sich. „Und sicher haben Sie sich nach der Implantation des Device gefragt: ,Darf ich eigentlich noch...‘, richtig?“ Ein Lachen geht durch den Saal.

Alltag sicher meistern

Jede alltägliche Lebenssituation können Schrittmacher- und Defibrillator-Implantierte bewältigen. „Nur sollten Sie magnetische Felder in der Nähe des Device möglichst vermeiden“, beruhigt Dr. Volker Herwig. Ob das Passieren des Körperscanners am Flughafen, das Heimwerkeln mit der Bohrmaschine, das Benutzen des Föhns am Morgen oder das Telefonieren mit dem Handy – „alles dürfen Sie ohne Bedenken tun. Aber bitte nur, wenn das Gerät intakt ist und Sie es so anwenden, wie es in der Bedienungsanleitung steht. Kochen Sie also bitte nicht auf dem Induktionsherd, indem Sie ihren Oberkörper darauf ablegen.“

Einer der Besucher an diesem Abend ist Hans Noack aus Teichland. Bis vor drei Wochen habe er sich kerngesund gefühlt, doch plötzlich habe das heimische Blutdruckmessgerät angezeigt: „Suchen Sie sofort einen Arzt auf.“ Danach ist dem 81-Jährigen in der Cottbuser Spezialklinik ein Herzschrittmacher implantiert worden. „Ich bin leidenschaftlicher Heimwerker. Darf ich denn mit meiner Drechselmaschine weiterhin arbeiten?“, fragt er den Herzchirurgen. „Das ist kein Problem. Solange keine Funken fliegen oder Kabel defekt sind. Halten Sie einfach einen Abstand von 50 bis 60 Zentimetern zum Schrittmacher ein.“

Herzdruckmassage

Nur in etwa 22 Prozent aller Fälle von Herzstillständen wird durch Laienhelfer in den entscheidenden ersten Minuten Hilfe geleistet. Dabei sinkt die Überlebenschance bei einem Herzstillstand pro Minute um zehn Prozent. Oft sind sich Helfer im Alltag einfach unsicher. Diese Unsicherheit kann durch die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs sinken. Dort lernen Teilnehmer eine effektive und effiziente Herzdruckmassage. Erfahrenen Ausbilder leiten dabei an.

Die Johanniter Südbrandenburg bieten diese Kurse in Cottbus, Finsterwalde, Senftenberg und Lübben an.

Der nächste Kurs in Cottbus startet am 10. Oktober um 8 Uhr.

Anmeldungen sind unter 0355 47746-130 oder unter ausbildung.srb@johanniter.de möglich.

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