ANZEIGE
| 13:56 Uhr

ÜBER DEN BLAUEN TEPPICH: 40 Besucher konnten kürzlich bei der exklusiven Leseraktion hinter die Kulissen vom Sana-Herzzentrum Cottbus schauen – und sind begeistert gewesen!
TAVI, Hybrid-Saal und goldene Hände

 Dr. Volker Herwig erläutert den Besuchern, wie der Katheter mit der biologischen Aortenklappenprothese bis über einen maximal einen Zentimeter kleinen Schnitt bis in die linke Herzkammer transportiert wird.
Dr. Volker Herwig erläutert den Besuchern, wie der Katheter mit der biologischen Aortenklappenprothese bis über einen maximal einen Zentimeter kleinen Schnitt bis in die linke Herzkammer transportiert wird. FOTO: Michael Helbig
Heiß begehrt gewesen sind die exklusiven Plätze der kürzlich stattgefundenen Leseraktion „Der Blaue Teppich“ von Sana-Herzzentrum Cottbus und LAUSITZER RUNDSCHAU. Letztlich hat das Losglück über die 40 glücklichen Teilnehmer entschieden.

Volle Konzentration im Herzkatheterlabor. Alle Augen sind auf den kleinen Bildschirm des Monitors gerichtet. Eine dunkle Linie pulsiert auf dem Schwarz-WeißBild. Erst ist sie stark, dann wird sie schwächer. „Was sehen wir hier?“, fragt Dr. Axel Harnath in die Runde. Kurzes Überlegen bei den Besuchern. Dann die Antwort: „Eine Gefäßverengung.“ „Richtig. Das hat jede Gruppe erkannt“, lobt der Chefarzt der Kardiologie am SanaHerzzentrum Cottbus und ergänzt: „Durch die Verengung ist die Sauerstoffzufuhr zum Herzmuskel stark eingeschränkt. Hier meldet sich das Herz dann mit Schmerzen.“ Die Ursache sind Kalkablagerungen in den Gefäßen. Abhilfe kann hier die Versorgung mit einem Stent verschaffen.

77 Quadratmeter großer Bereich

 Bevor es für die Besucher in den neuen Hybrid-Saal geht ...
Bevor es für die Besucher in den neuen Hybrid-Saal geht ... FOTO: Michael Helbig
 ... muss in der OP-Schleuse die Hygienekleidung angelegt werden.
... muss in der OP-Schleuse die Hygienekleidung angelegt werden. FOTO: Michael Helbig

Das sehen die Besucher nur kurze Zeit später auf dem Bildschirm. Dank Stent ist die dunkle Linie wieder durchgehend stark, der Herzmuskel wird optimal mit Sauerstoff versorgt. „Immer wiederkehrende Herzschmerzen bei Belastung sind ein mögliches Indiz für eine Gefäßverengung. Hier sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen“, sagt der Chefarzt, bevor es für die Besucher nun in den neuen Hybrid-Saal geht, der erst im Sommer 2018 eröffnet wurde. Auf dem Weg dorthin berichtet er stolz: „In neun Monaten ist der neue Hybrid-Saal bei laufendem Betrieb gebaut worden. Heute haben wir mit dem 77 Quadratmeter großen Bereich einen exzellenten Saal, der ein hervorragendes Arbeiten ermöglicht.“ Neben klassischen Operationen am offenen Herzen werden dort, beispielsweise bei der Versorgung einer verkalkten Aortenklappe, vor allem minimalinvasive Eingriffe mittels TAVI (Transcatheter Aortic Valve Implantation) als schonendere Alternative zu den klassischen Operationen am offenen Herzen durchgeführt. Sind es im Jahr 2010 noch 75 solcher Prozeduren einer Aortenklappenimplantation unter Verwendung eines Kathetersystems gewesen, so wurden im Sana-Herzzentrum Cottbus im Jahr 2018 rund 400 Eingriffe absolviert. „Deutschlandweit gibt es nur fünf Krankenhäuser, die solch eine Anzahl an Eingriffen absolvieren. Damit gehören wir zu den führenden Herzzentren der Republik. Das macht uns natürlich sehr stolz“, so Dr. Axel Harnath, der die Besucher nun zum neuen Hybrid-Saal begleitet. Kurz noch Schutzkleidung in der OP-Schleuse anlegen, dann geht es über die Anästhesiologie, in der Dr. Andreas Smechowski, Chefarzt der Anästhesiologie, die Besucher kompetent über die Vorbereitungen der OP informiert, direkt in den Hybrid-Saal. Ein einzigartiges Erlebnis. Und die Frage: Wie kommt eine biologische Aortenklappenimitation in den Körper? Bei einer Länge von 29 bis 34 Millimetern. Das zeigt Hagen Weise, Leiter der Kardiotechnik. Scheinbar so einfach – und doch so genial. Bei kalten Temperaturen lässt sich die biologische Aortenklappenimitation immer mehr verkleinern und wird unter Druck auf einen Katheter gesetzt. Die anschließende Platzierung durch den Leistenbereich demonstriert Dr. Volker Herwig, Oberarzt der Herzchirurgie und Kardiologie, im Anschluss. Mittels Katheter wird die Klappe in Position gebracht, anschließend entfaltet und dadurch im Klappenring verankert. Die körpereigene Aortenklappe wird dabei nicht entfernt, sondern durch die Prothese verdrängt. „Im Vorfeld wird über die Computertomographie unter anderem der günstigste Zugangsweg und die exakt benötigte Größe der Aortenklappe bestimmt“, erklärt der Oberarzt. Was bei der exklusiven Leseraktion „Der Blaue Teppich“ besonders begeistert: Hochkomplexe medizinische Techniken werden anschaulich und leicht verständlich erklärt. Sehr zur Freude der Besucher. „Wir sind früher schon einmal im SanaHerzzentrum Cottbus gewesen. Was sich seitdem verändert hat, ist absolut bemerkenswert“, meint etwa Karl-Heinz Mader aus Forst (Lausitz). Seine Lebensgefährtin Karin Freitag ergänzt: „Der neue HybridSaal ist einfach klasse.“

Ein ganz besonderer Tag

 Viel zu erzählen hatten sich Dr. Axel Harnath und Hans-Jürgen Grüttner, der erst im März 2019 im Sana-Herzzentrum Cottbus operiert wurde.
Viel zu erzählen hatten sich Dr. Axel Harnath und Hans-Jürgen Grüttner, der erst im März 2019 im Sana-Herzzentrum Cottbus operiert wurde. FOTO: Michael Helbig

Ähnlich angetan ist auch die jüngste Besucherin an diesem Tag: Amelie Schmoger. „Ich interessiere mich sehr für Medizin und Technik. Das ist alles richtig spannend. Deshalb habe ich mich auch für ein Schülerpraktikum im Sana-Herzzentrum Cottbus beworben“, verrät die 13-Jährige. „Als wir erfahren haben, dass wir bei der Leseraktion dabei sein dürfen, ist die Freude natürlich groß gewesen. Anders als beispielsweise bei einem Tag der offenen Tür kann man in solch kleinen Gruppen die Präsentationen sowie die medizinischen Möglichkeiten noch viel intensiver erleben“, sagt Amelies Mutter Jana Schmoger und lobt: „Es hat uns heute sehr gut gefallen.“ Ein besonderer Tag ist es auch für Hans-Jürgen Grüttner. Ein ganz besonderer sogar. „Am 12. März dieses Jahres wurde ich hier im Sana-Herzzentrum Cottbus in diesem neuen Hybrid-OP durch Chefarzt Dr. Harnath und Oberarzt Dr. Herwig mittels des TAVI-Verfahrens erfolgreich behandelt“, erzählt der Weißwasseraner. Und weiter: „Vorher hatte ich keine Power mehr, habe schlecht Luft bekommen. Bei der Überweisung nach Cottbus wurde dann vor der geplanten OP noch eine Infektion am Herzen festgestellt, die dann erst einmal 14 Tage behandelt werden musste.“ Eine schwere Zeit für den 76-Jährigen. Aber auch eine Zeit, „an die ich trotzdem gern zurückdenke“. Die Begründung gibt’s von ihm gleich hinterher: „Was ich hier erleben durfte, hat mich begeistert. Das Ärzte-Team und die Betreuung durch die Pflegekräfte sind einfach Spitze. Diesen Chefarzt mit seiner Ausstrahlung kann ich mir auch hervorragend als Kollegen, Kumpel oder Nachbarn vorstellen. Wenn ich könnte, würde ich ihn sogar für den Nobelpreis vorschlagen. Denn er hat wirklich goldene Hände.“

Aortenklappenimplantation am schlagenden Herzen

Beim minimalinvasiven Therapieverfahren, der Transkatheter-Aortenklappen-Implantation, kurz TAVI, wird die neue Herzklappe über einen kleinen Schnitt in der Leiste von einer Oberschenkelarterie bis in die Herzkammer geschoben. Die Aortenklappenimplantation mittels Herzkatheter erfolgt am schlagenden Herzen und wird meistens ohne Vollnarkose in Lokalanästhesie durchgeführt. Über einen maximal einen Zentimeter kleinen Schnitt in der Leiste schiebt der Operateur unter Röntgensicht über die Leistenarterie (transfemoral) einen Katheter durch die Hauptschlagader (Aorta) bis in die linke Herzkammer. Die biologische Aortenklappenprothese ist dabei in einem Metallgerüst eingebracht. Mittels Katheter wird die Klappe in Position gebracht, anschließend entfaltet und dadurch im Klappenring verankert. Die körpereigene Aortenklappe wird dabei nicht entfernt, sondern durch die Prothese verdrängt.

Die Lausitzer Rundschau ist weder für den Inhalt der Anzeige noch für ggf. angebotene Produkte verantwortlich.