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| 11:59 Uhr

Einbruchschutz
Polizei berät zum Schutz vor Langfingern

Einbrecher haben leider immer Saison.
Einbrecher haben leider immer Saison. FOTO: Ralf Geithe - stock.adobe.com
Cottbus/Spree-Neiße. Ob heller Tag oder dunkle Nacht, ob Urlaubssaison oder Wochenende: Einbrecher sind zu jeder Zeit unterwegs. Kati Prajs von der Präventionsabteilung der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße kennt die Schwachstellen, die es Tätern leicht machen, ins Haus zu kommen. Sie berät Bürger in der Region, wie sie ihr Zuhause sichern können.

Ob heller Tag oder dunkle Nacht, ob Urlaubssaison oder Wochenende: Einbrecher sind zu jeder Zeit unterwegs. Kati Prajs von der Präventionsabteilung der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße kennt die Schwachstellen, die es Tätern leicht machen, ins Haus zu kommen. Sie berät Bürger in der Region, wie sie ihr Zuhause sichern können.

Kati Prajs ist mit ihrem Kollegen von der Präventionsabteilung regelmäßig bei Bürgern in der Region unterwegs und nimmt auf Wunsch Häuser und Wohnungen gründlich unter die Lupe. Ein Irrglaube sei beispielsweise, dass Jalousien die Sicherheit erhöhen. Mit einem Hochschiebetest zeigt Kati Prajs Hausbesitzern, wie schnell sich der Rollladen öffnen lässt. Wenige Zentimeter genügen, dann ließe sich der Rollkörper recht einfach – sofern nicht fachgerecht verbaut – aus den Führungsschienen hebeln. „Ein Hochschiebeschutz erschwert das Anheben und eine Abschlussleiste aus Aluminium erhöht Stabilität“, rät die Polizeihauptkommissarin. Auch Kletterhilfen wie Leitern, Gartenmöbel oder Mülltonnen auf dem Grundstück erleichtern es den Langfingern, übers Obergeschoss ins Haus zu kommen. Ist der Weg zum Fenster oder zur Balkontür frei, hat der Einbrecher bei Modellen mit einfachen Rollzapfen leichtes Spiel.

„Ein abschließbarer Fenstergriff allein nützt nichts“, betont Kati Prajs. Der Rat der Polizei geht zu Haustüren mit Zusatzriegeln, Türspionen, Schutzbeschlägen und einbruchhemmenden Einsteckschlössern. Fenster und Fenstertüren sollten über eine umlaufende einbruchhemmende Pilzkopfverriegelung, einen abschließbaren Fenstergriff und Sicherheitsverglasung verfügen. Ganz wichtig dabei: Die Produkte sollten nach DIN EN 1627 geprüft und zertifiziert sein. Eine Übersicht über sogenannte „Errichterunternehmen von mechanischen Sicherungsreinrichtungen“, die von der Polizei anerkannt sind und neben einer ordentlichen Beratung auch eine fachgerechte Montage geprüfter Produkte bieten, ist im Internet abrufbar: https://polizei.brandenburg.de/seite/errichterliste-land-brandenburg/58644.

Die Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße hat in Kooperation mit der Gewerkschaft der Polizei einen Flyer mit Empfehlungen zur Sicherheit rund ums Haus herausgegeben. Dort sind unter anderem mögliche Schwachstellen am Haus übersichtlich aufgezeigt. Außerdem gibt es eine Liste, worauf beim Kauf von mechanischen Sicherungsprodukten geachtet werden sollte.

Grundsätzlich geht mechanischer Schutz vor, betont Kati Prajs. Schließlich gehe es darum, den Täter so lange wie möglich draußen zu halten. Eine Videoüberwachungsanlage allein nütze nicht viel. „Bei der Installation sollte man auf die Einstellung achten: Wenn später nur die Mütze des Täters zu sehen ist, hilft das wenig. Auch rechtlich ist einiges zu beachten. So muss der Aufzeichnungsradius an der Grundstücksgrenze enden“, erklärt die Polizistin.

Falls es der Täter doch bis in die Wohnung schafft, sollten Mieter und Besitzer vorgesorgt haben: „Größere Bargeldbeträge sollte man nicht zu Hause aufbewahren, auch wertvoller Schmuck ist besser in einem Bankschließfach untergebracht“, sagt Kati Prajs. Wer seine Wertsachen zu Hause in einem Tresor aufbewahrt, sollte unbedingt ein zertifiziertes Produkt wählen und dieses am besten an einem versteckten Ort fest mit dem Mauerwerk oder Boden verankern. Die Polizei finde nach Einbrüchen häufig komplett durchwühlte Wohnungen – da seien Verstecke unter Matratzen oder zwischen der Wäsche im Kleiderschrank wenig sinnvoll.

Wer in ein sicheres Zuhause investiert, kann Unterstützung beantragen. „Die KfW-Bank fördert schon ab einer Mindestinvestition von 500 Euro. Beträge bis 1000 Euro werden mit bis zu 20 Prozent gefördert, Investitionen zwischen 1000 und 15 000 Euro mit zehn Prozent. Wichtig ist, dass der Antrag vor Beginn gestellt wird“, sagt Kati Prajs. Grobe Faustregel: Bei Neubauten müssen Häuslebauer etwa zwei bis drei Prozent der Bausumme noch einmal drauflegen, um komplett geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Fenster und Türen zu bekommen. Bei Bestandsimmobilien sei das Nachrüsten von Sicherheitselementen häufig teurer.

(chk)
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