Unternehmensnachfolge
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| 11:39 Uhr

Unternehmensnachfolge
Nachfolge durch Erbschaft oder Schenkung

FOTO: Fotolia / contrastwerkstatt
Die Übertragung durch Schenkung, vorweggenommene Erbfolge oder Testament kommt üblicherweise nur dann in Frage, wenn das Unternehmen innerhalb der Familie weitergeführt wird.

Zwar kann ein Verkauf auch innerhalb der Familie sinnvoll sein, aber häufig wird das Unternehmen in diesem Fall verschenkt oder vererbt. Auch dabei gibt es jede Menge zu berücksichtigen.


Anforderungen an Nachfolger

So muss der Nachfolger alle gewerberechtlichen Voraussetzungen mitbringen. Wenn also ein Bewachungsunternehmen oder eine Arbeitsvermittlung übertragen werden soll, ist sehr genau darauf zu achten, ob nach Ausscheiden des bisherigen Unternehmers im Unternehmen noch alle erforderlichen Erlaubnisse vorhanden sind. Wenn die Tochter also bereits die nötige Erlaubnis besitzt, ist sie vielleicht besser zur Fortführung des Unternehmens geeignet als der Sohn, dem diese Voraussetzung fehlt. Erbrechtliche Ansprüche weiterer Familienmitglieder sollten so befriedigt werden, dass die Struktur des Unternehmens nicht darunter leidet. Zur Befriedigung der Ansprüche derjenigen, die sich durch die Entscheidung für den Nachfolger benachteiligt fühlen könnten, sollten vorzugsweise Vermögensgegenstände genutzt werden, die für das Unternehmen nicht entscheidend sind.


Gesetzliche Erbfolge kann ins Auge gehen

Gerade als Bestandteil der Notfallvorsorge ist es sinnvoll, eine Person festzulegen, die als Nachfolger in das Unternehmen eintreten kann.

Ist nichts geregelt, greift die gesetzliche Erbfolge. Je nach familiärer Situation treten Ehefrau und die Kinder gemeinsam an die Stelle des bisherigen Unternehmers. Sie müssen jede Entscheidung einvernehmlich treffen. Wenn verstrittene Erbengemeinschaften unvorbereitet in ein Unternehmen eintreten, ist das Finden gemeinsamer Entscheidungen häufig schwierig. Entscheidungen können sich auch dann erheblich verzögern, wenn eines der erbenden Kinder noch minderjährig ist, denn dann ist für jede Entscheidung das Einverständnis des Vormundschaftsgerichts einzuholen. Damit wird das Unternehmen oft handlungsunfähig. „Solche Situationen können sich auch für bislang gesunde Unternehmen existenzgefährdend auswirken“, erläutert Jana Frost, Juristin bei der IHK Cottbus. „Darum ist es wichtig, dass erbrechtliche Regelungen gut durchdacht und mit den geltenden Gesellschaftsverträgen abgestimmt sind und diesen nicht widersprechen.“ Auch ist bei der betrieblichen Nutzung von Grundstücken darauf zu achten, dass durch eine Veränderung der Eigentumsverhältnisse keine negativen einkommensteuerlichen Folgen durch die Aufdeckung von stillen Reserven ausgelöst werden.

Bei Schenkungen können Freibeträge genutzt werden

Soll das Unternehmen möglichst bald innerhalb der Familie übertragen werden, liegt eine Schenkung  nahe. Freibeträge können alle zehn Jahre geltend gemacht werden. Die steuerlichen Belastungen aus der Übertragung können so reduziert werden.

Um auch auf die weiteren Geschicke des Unternehmens Einfluss nehmen zu können, kann der Schenker für bestimmte Situationen ein Rückforderungsrecht oder Mitbestimmungsrecht geltend machen. Damit verliert der bisherige Unternehmer seinen Einfluss nicht vollkommen. Schenkungen müssen, ebenso wie Regelungen von Todes wegen, grundsätzlich notariell beurkundet werden. Bei alltäglichen Schenkungen spielt diese Formvorschrift zwar keine Rolle, umso wichtiger ist sie aber bei Schenkungen, die erst nach und nach vollzogen werden.

Häufig werden Schenkungen mit Versorgungsleistungen verbunden. So können beispielsweise feste Rentenbeiträge vereinbart werden, die den Lebensunterhalt des Übergebers absichert. Hier ist es wichtig, die formalen Anforderungen aber auch die steuerlichen Auswirkungen genau zu prüfen.

Individuelle Beratung ist unerlässlich

So unterschiedlich wie die Unternehmen sind, so unterschiedlich sind auch die Familien. Für jedes Unternehmen und für jede Familie muss eine passende individuelle Lösung gefunden werden. Um genau die für das eigene Unternehmen passende Gestaltung zu finden, sollte sich jeder Unternehmer individuell von seiner Kammer beraten lassen.

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