Herzensangelegenheit – Das Sana-Herzzentrum
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| 14:00 Uhr

HERZMEDIZIN kompakt
TAVI – schonendes Therapieverfahren bei Aortenklappenstenose

FOTO: Irene Göbel
Liveblog Informationsveranstaltung HERZMEDIZIN kompakt am Donnerstag, 18. Oktober 2018, von 17.00 bis 19.00 Uhr im LR Medienhaus.

Die Aortenklappenstenose ist die häufigste Herzklappenerkrankung des Erwachsenen und manifestiert sich insbesondere im höheren Lebensalter. Unbehandelt ist die Prognose der Erkrankung sehr schlecht. Dank des minimalinvasiven Therapieverfahrens, der Transkatheter-Aortenklappen-Implantation, kurz TAVI, konnten seit Januar 2010 im Sana-Herzzentrum Cottbus bereits mehr als 2.000 hochbetagte Patienten erfolgreich behandelt werden.

Der Einsatz einer neuen Herzklappe ist normalerweise eine Operation mit Vollnarkose und Herz-Lungen-Maschine. So war über viele Jahrzehnte dieser konventionelle herzchirurgische Ersatz einer verkalkten und dadurch verengten Aortenklappe durch eine mechanische oder biologische Aortenklappenprothese die einzige Therapieoption, welche die Symptomatik und die Prognose der Patienten verbesserte. Doch manche Risikopatienten, die zum Beispiel an einer Verkalkung der Herzklappe leiden und gleichzeitig mit Vorerkrankungen belastet sind, würden so einen Eingriff kaum überstehen. Für diese Patienten gibt es seit mehreren Jahren diese innovative und schonendere Alternative, die sogenannte TAVI, bei der die neue Klappe über einen kleinen Schnitt in der Leiste von einer Oberschenkelarterie bis in die Herzkammer geschoben wird. Die zunehmende Erfahrung beim Einsatz dieser minimalinvasiven Technologie hat dazu geführt, dass mittlerweile über 70 Prozent der Eingriffe zum Aortenklappenersatz in Deutschland kathetergestützt vorgenommen werden.

Therapeutische Alternative

Mit diesem kathetergestützten Verfahren zur Therapie der Aortenklappenstenose steht eine therapeutische Alternative zur Verfügung, so dass keine Altersbegrenzung besteht und auch bei schweren Begleiterkrankungen eine Behandlung der Klappenerkrankung sicher durchgeführt werden kann. Die Aortenklappenimplantatio mittels Herzkatheter erfolgt am schlagenden Herzen und wird meistens ohne Vollnarkose in Lokalanästhesie durchgeführt. Über einen maximal einen Zentimeter kleinen Schnitt in der Leiste schiebt der Operateur unter Röntgensicht über die Leistenarterie (transfemoral) einen Katheter durch die Hauptschlagader (Aorta) bis in die linke Herzkammer. Die biologische Aortenklappenprothese ist dabei in einem Metallgerüst eingebracht. Mittels Katheter wird die Klappe in Position gebracht, anschließend entfaltet und dadurch im Klappenring verankert. Die körpereigene Aortenklappe wird dabei nicht entfernt, sondern durch die Prothese verdrängt. Der Eingriff, der von einem Kardiologen gemeinsam mit einem Herzchirurgen durchgeführt wird, erfolgt in einem Hybrid-OP-Saal, der neben dem Katheterplatz ebenfalls mit dem Operationsinventar für eine notfalls erforderliche chirurgische Intervention ausgestattet ist. Für den Behandlungserfolg entschei- dend ist das enge Zusammenwirken von Kardiologen und Herzchirurgen. Zunächst beurteilt das Ärzteteam gemäß dem Alter und den Begleiterkrankungen des Patienten, ob eher ein Katheterverfahren oder eine herzchirurgische Operation empfehlenswert ist. Dabei orientieren sie sich an den europäischen Leitlinien. „Die Leitlinien geben einen sinnvollen Rahmen vor, lassen dem Heart Team aber den individuellen Spielraum, nach dem physischen und psychischen Gesamterscheinungsbild des Patienten zu urteilen“, so Chefarzt Dr. Axel Harnath.

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