Herzensangelegenheit – Das Sana-Herzzentrum
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Alternative Behandlungsoption:
Kleiner Schirm schützt vor Schlaganfall

Dr. Kristin Rochor mit einem Schirmchen des WATCHMAN Vorhofohr-
Verschluss-Systems, ein permanentes Implantat, das verhindert, dass Blutgerinsel einer schädlichen Größe in den Blutstrom gelangen, was zu einem Schlaganfall führen könnte.
Dr. Kristin Rochor mit einem Schirmchen des WATCHMAN Vorhofohr- Verschluss-Systems, ein permanentes Implantat, das verhindert, dass Blutgerinsel einer schädlichen Größe in den Blutstrom gelangen, was zu einem Schlaganfall führen könnte. FOTO: SHC / LRMed
Weltweit ist das Vorhofflimmern die häufigste Herzrhythmusstörung und mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden. Das Sana-Herzzentrum Cottbus hilft mit Verschluss des Vorhofohrs gefährdeten Patienten.

Die meisten Menschen haben von „Ohren“ am Herzen noch nie etwas gehört. Diese kleinen Ausstülpungen der Herzwand befinden sich am rechten und linken Vorhof und bleiben im Normalfall ein Leben lang harmlos und unbeachtet. Bei Menschen, die unter Vorhofflimmern leiden, kann jedoch vor allem das linke Vorhofohr zu einem gefährlichen Ort der Blutgerinnselbildung werden.

Zwei Millionen Menschen in Deutschland sind an Vorhofflimmern erkrankt, wobei die Häufigkeit mit steigendem Alter zunimmt. Das Herz gerät aus dem Takt. Die Herzvorkammern bewegen sich mit schnellen, unkoordinierten Zuckungen, sie „flimmern“. Der Blutfluss in den Vorhöfen verlangsamt sich, wodurch die Bildung von kleinen Blutgerinnseln begünstigt wird. „Etwa 90 Prozent der Thromben entstehen in dem kleinen Anhängsel des linken Vorhofes, dem Vorhofohr“, erläutert Dr. Kristin Rochor, Leitende Oberärztin der Kardiologie im Sana-Herzzentrum Cottbus. „Diese Blutgerinnsel können sich lösen und mit dem Blutstrom in andere Organe schwimmen, wo sie Embolien, d. h. Gefäßverstopfungen, auslösen. Häufig gelangen Gerinnsel aus dem Herzen in das Gehirn und verursachen Schlaganfälle mit verschiedensten neurologischen Symptomen.“

Schwerer Krankheitsverlauf

Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist für Patienten mit Vorhofflimmern etwa fünfmal höher als für Menschen ohne diese Rhythmusstörung. Es wird vermutet, dass jeder vierte Schlaganfall durch Vorhofflimmern verursacht wird, wobei diese Schlaganfälle häufig besonders schwer verlaufen.

Die erste Implantation eines Verschlusssystems für das linke Vorhofohr erfolgte in Deutschland im Jahr 2001. Im Sana-Herzzentrum Cottbus wird das Watchman-Device implantiert, das aus einem selbstexpandierenden flexiblen Nitinolrahmen mit Verankerungshäkchen und Polyesterüberzug zur Vorhofseite besteht.
Die erste Implantation eines Verschlusssystems für das linke Vorhofohr erfolgte in Deutschland im Jahr 2001. Im Sana-Herzzentrum Cottbus wird das Watchman-Device implantiert, das aus einem selbstexpandierenden flexiblen Nitinolrahmen mit Verankerungshäkchen und Polyesterüberzug zur Vorhofseite besteht. FOTO: SHC / LRMed

Um die Betroffenen vor Thrombenbildung im Herzen zu schützen, werden ihnen gerinnungshemmende Medikamente verschrieben. Diese sorgen dafür, dass das Blut nicht „verklumpt“ und senken damit das Schlaganfallrisiko. Allerdings bringt jede Gerinnungshemmung auch eine verstärkte Blutungsneigung mit sich. „Das ist die Achillesferse der medikamentösen Embolieprophylaxe von Schlaganfällen“, so Dr. Kristin Rochor. „Die gerinnungshemmenden Medikamente werden wegen Blutungen, seltener wegen anderen Nebenwirkungen, wieder abgesetzt. Zwei Jahre nach Beginn der Tabletteneinstellung nehmen 25 bis 30 Prozent der Betroffenen die Blutverdünner nicht mehr oder in einer zu geringen Dosis ein.“

Um auch diese Patienten vor embolisch bedingten Schlaganfällen zu schützen, wurden Verfahren entwickelt, mit denen das linke Vorhofohr als Keimzelle der Gerinnselbildung ausgeschaltet wird. Dies kann im Rahmen von Herzoperationen oder aber interventionell erfolgen. Beide Eingriffe werden seit Jahren im Sana-Herzzentrum Cottbus durchgeführt.

Bei dem interventionellen Eingriff wird mittels Katheter ein kleiner, zusammengefalteter Schirm über die Leistenvene bis in das linke Vorhofohr eingebracht. Dort entfaltet sich das Schirmchen, dessen Drahtgeflecht mit einer Membran überzogen ist, und verschließt das Vorhofohr. Die Schirme sind zwischen 1,5 und 3,6 Zentimeter groß und werden speziell für jeden Patienten ausgesucht. Der Eingriff dauert 45 Minuten und findet unter Narkose statt.

Eine risikoärmere Therapie

Dr. Kristin Rochor, Leitende Oberärztin Kardiologie: „Die Ergebnisse zeigen: die Methode ist sehr vielversprechend.“
Dr. Kristin Rochor, Leitende Oberärztin Kardiologie: „Die Ergebnisse zeigen: die Methode ist sehr vielversprechend.“ FOTO: SHC / LRMed

Die Chancen für einen kompletten Vorhofohrverschluss liegen mit über 95 Prozent sehr hoch. In den meisten Fällen ist das Schirmchen nach drei Monaten komplett eingeheilt. Im Langzeitverlauf treten deutlich weniger Schlaganfälle im Vergleich zu unbehandelten Patienten auf und auch weniger Blutungsprobleme im Vergleich zu gerinnungsgehemmten Patienten. Allerdings ist diese Behandlungsalternative noch nicht so weit verbreitet. Deshalb rät die Leitende Oberärztin: „ Fragen Sie nach, wenn Sie unter Vorhofflimmern leiden und die blutverdünnenden Medikamente wegen Komplikationen abgesetzt werden mussten. Mit dem Einsatz eines Schirmchens haben wir eine gute Alternative, das Schlaganfallrisiko zu senken.“

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