Herr Loboda, Sie und Ihre Leute haben sich erst vor wenigen Tagen derart in die Herzen der Internationalen Kommission UCI gespielt, dass man Ihnen nun die ganz großen Weihen des Radballsports erteilt hat. Was werden wir im nächsten Jahr in Großkoschen zu sehen bekommen?
Ein Beispiel gleich mal zu Beginn. Unsere Gäste aus Hongkong haben Bilder vom 75-Kilo-Hausschwein, das wir draußen vor der Halle gegrillt hatten, ganz begeistert in die Heimat gepostet. Sowas hatten die Jungs noch nie gesehen. Auch das zeigt, wie wir mit Herz und Liebe diese Veranstaltung durchgeführt haben. Zu Ihrer Frage: Nachdem wir ja nun zum zweiten Mal eine Etappe des Radball-Weltcups offenbar ganz zur Zufriedenheit aller durchgeführt haben, wurde an uns eine ganz besondere Bitte herangetragen: Wir sollten doch im nächsten Jahr bitteschön das Finale dieses Wettbewerbes ausrichten.

Sie hatten kürzlich über dieses Angebot, das ja vor einiger Zeit schon mal im Raum stand, gesprochen, es da aber noch kategorisch abgelehnt. Warum?
Völlig richtig, weil wir uns nicht vorstellen konnten, für so ein Weltereignis tauglich zu sein. Nun aber war unser Turnier so prima gelaufen. Genau deswegen kam der UCI-Präsident Hartmut Kimmerle erneut auf uns zu und hat mit Engelszungen versucht, uns zum Einlenken in dieser Sache zu bewegen. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich auch aufgrund der guten Drähte, die wir zu dem Mann aus Gertringen haben, der übrigens in 2014 als 70-Jähriger sein Amt weitergeben wird, am Ende "Ja" gesagt habe. Natürlich nach einigen Absprachen mit unseren Leuten vom Verein.

Sie sprachen zuvor von erheblichen finanziellen Risiken, die sie nicht auf sich nehmen wollten …
Das stimmt schon. Aber vor meinem Ja-Wort habe ich auch noch ein längeres Gespräch mit dem Senftenberger Bürgermeister Andreas Fredrich gehabt. Auch er hat mir zugeredet, diese hochrangige Veranstaltung zu übernehmen. Es ist ja auch so, dass dieses Ereignis für unsere Region rund um den Senftenberger See eine große Ausstrahlung haben wird. Wir werden ja die besten Vorrunden-Paare hier zum Finale haben. Eine Qualität, die tatsächlich noch etwas höher einzustufen ist als eine Weltmeisterschaft. Und diese Top-Teams der Welt sollen später möglichst überall erzählen, wie schön es doch hier bei uns in der Lausitz war.

Steht das Datum der finalen Weltcup-Veranstaltung heute schon fest?
Ja, der Termin dieses Events ist der Nikolaustag 2014, also der 6. Dezember.

Dann ist aber Winter. Und kaum Urlauber, die ja am letzten Wochenende die Veranstaltung dankbar angenommen haben, sind dann zu Gast am See. Haben Sie deswegen Bedenken?
Das wissen wir, doch denken wir, dass wir aufgrund der grandiosen Qualität dieses Ereignisses trotzdem unsere Halle vollbekommen. Wir werden im Vorfeld aber auch alles Denkbare tun, um gut vorbereitet erneut tolle Gastgeber zu sein. ski

Mit Hans-Joachim Loboda sprach Georg Zielonkowski