In den Produktionsstätten der Takraf GmbH in Lauchhammer ist alles ein wenig größer. Getriebe für Tagebaugroßgeräte wiegen locker so viel wie ein schwerer Lastwagen. Genauso stark ist die jüngste Bilanz. Der Umsatz in dem im Sommer abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 betrug 178 Millionen Euro bei einem Auftragseingang von 236 Millionen Euro. „Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Krisenjahr“, ist der Maschinenbauingenieur sichtlich zufrieden. „Wir sind weltweit auf Wachstumskurs.“ Der führende Lieferant von Technik für Tagebaue und den Massengutumschlag hat Kunden auf allen Kontinenten. Der wichtigste Markt sei derzeit Südamerika. In Chile werden Kupferminen mit moderner Technik ausgestattet und in Brasilien Eisenerzlagerplätze. Der nordamerikanische Markt mit Mexiko, den USA und Kanada wird mit Tagebautechnik und Brecheranlagen für Abraum beliefert. In Kasachstan werden Schaufelradbagger modernisiert.

Ein anderes Feld von Takraf sind Spezialraupen mit 350 Tonnen Tragkraft. Dieses leistungsstarke Hilfsgerät zum Versetzen von Tagebautechnik arbeitet bereits in Australien, Thailand, Chile und China. Eine weitere Raupe wird gegenwärtig für Vattenfall in Deutschland gebaut.

Deutschland ist für Tenova Takraf zu einem kleineren Absatzmarkt geschrumpft. Kunden sind Vattenfall und die Mibrag. Jüngstes regionales Projekt war die Lieferung eines neuen Schaufelradkopfes mit 17 Metern Durchmesser für den SRs 6300 im Tagebau Welzow, einschließlich eines neuen Getriebes mit zweimal 1065 kW Leistung und 75 Tonnen Gesamtgewicht.

Hinter all den Projekten stehen innovative Ingenieurleistungen und Facharbeiter mit teilweise jahrzehntelanger Erfahrung. Tenova Takraf zählt derzeit 443 Beschäftigte in Leipzig und Lauchhammer. Weltweit arbeiten für die Takraf-Gruppe 710 Personen. „Gute Fachleute sind noch zu finden“, sagt Matthias Gnilke. „Hier zahlt sich aus, dass wir kontinuierlich mit Hochschulen zusammenarbeiten.“ Er nennt die Standorte Senftenberg, Dresden und Freiberg.

Der Blick in die nahe geschäftliche Zukunft ist für die Schwermaschinenbauer unverstellt. „Die Auslastung ist bei uns in allen Bereichen, vom Engineering bis zur Fertigung, sehr hoch“, so der 45-Jährige Lauchhammeraner. Dieser Trend werde sich auch in den nächsten Monaten bis hinein in das kommende Jahr fortsetzen. Matthias Gnilke sieht die mittelfristige Entwicklung für das Unternehmen positiv. Der Aufwand zur Förderung von Bodenschätzen wachse. Dies ziehe zusätzliche technische Investitionen nach sich.