Daher habe ich zwei Steuerkarten. Bei meiner ersten Steuerklärung wurde das "Witwensplitting" (Steuerklasse III) angewandt. Nun, im zweiten Jahr habe ich die Steuerklassen I und VI. Nach Berechnung meiner Steuerberaterin muss ich für das Steuerjahr 2009 mit einer Nachzahlung von etwa 600 Euro rechnen, weil ich keine Kosten habe. Kann ich das mit einer anderen Steuerklasse umgehen?Claudia M. aus Cottbus Es antwortet Marlies Spargen vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. Berlin: Im Jahr des Todes eines Ehepartners und im Folgejahr wird der Überlebende steuerlich wie ein Verheirateter behandelt (Gnadensplitting). Das heißt, es werden doppelte Pauschbeträge gewährt, die Steuerlast ist relativ gering. In den meisten Fällen kommt es daher zu keiner Nachzahlung, oft sind Steuererstattungen möglich. Ab dem zweiten Jahr erfolgt die Besteuerung wie bei Alleinstehenden mit der Steuerklasse I. Da Sie für Ihren Mann auch eine Steuerkarte abgeben müssen, haben Sie nur die Möglichkeit, die ungünstige Steuerklasse VI zu nehmen. Sie können lediglich entscheiden, ob Sie Ihre Einkünfte mit der Steuerklasse I versteuern lassen oder die Pension des Mannes. Steuern sparen können Sie jedoch damit auch nicht. Der Ausgleich erfolgt spätestens mit der Einkommensteuererklärung, zu deren Abgabe Sie verpflichtet sind. Die Steuerlast können Sie nur durch absetzbare Aufwendungen drücken.