Gibt es einen besonderen Anlass dafür, dass Sie eine Informationsveranstaltung zum Thema Demenz gerade in Finsterwalde anbieten?

Von unseren Außensprechstunden, die wir seit Januar in Finsterwalde, Bad Liebenwerda, Doberlug-Kirchhain und Elsterwerda anbieten, werden die in Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain noch nicht so gut angenommen, wie wir uns das wünschen. Deshalb möchten wir nun mit einem besonderen Angebot auf uns aufmerksam machen, denn die Zahl der Betroffenen ist im Bereich Finsterwalde, Doberlug-Kirchhain nicht geringer als anderswo. Das spüren wir zum Beispiel an den Nachfragen, die uns von dort telefonisch erreichen und an der Zahl der Hausbesuche, die uns dorthin führen.

Ein Aspekt der Veranstaltung soll sein, die Angehörigen auf Hilfs- und Betreuungsangebote hinzuweisen.

Ja, diese zusätzlichen Entlastungs- und Betreuungsangebote werden im Landkreis insgesamt noch zu wenig genutzt. Wenn man bedenkt, dass von den rund 2000 an Demenz erkrankten Menschen in Elbe-Elster etwa 60 Prozent zu Hause von ihren Angehörigen betreut werden, dann ist der Bedarf an Unterstützung sicher größer, als er derzeit in Anspruch genommen wird.

Welche Hilfe kann genutzt werden?

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die sich jetzt zum Beispiel in Bad Liebenwerda zu einem Kreis mit dem Namen „Lebensfreude“ zusammengeschlossen haben, entlasten pflegende Angehörige, indem sie sie in ihrem Alltag unterstützen und damit Freiräume schaffen. Sie betreuen die Demenzkranken, indem sie mit ihnen sprechen, spazieren gehen, ihnen vorlesen oder einfach gemeinsam Zeit verbringen. Diese können die Angehörigen dann für eigene Unternehmungen nutzen.

Welche Kosten kommen auf die Angehörigen zu?

Wenn ein Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK ) die Pflegebedürftigkeit und den Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung ausweist, dann werden von der Pflegekasse Kosten bis zu 100 Euro monatlich als Grundbetrag oder 200 Euro als erhöhter Betrag erstattet. Dieses Geld kann auch für die Hilfe ehrenamtlicher Betreuer genutzt werden.

Die Helferinnen und Helfer sind auf diese Betreuung vorbereitet?

Sie werden über die Alzheimergesellschaft Brandenburg ausgebildet und außerdem regelmäßig von einer medizinischen Fachkraft angeleitet.

Am Donnerstag besteht die Gelegenheit, mit einer Fachkraft von der Alzheimergesellschaft ins Gespräch zu kommen?

Wir begrüßen Birgitta Neumann in Finsterwalde. Sie wird zunächst einen Vortrag mit dem Titel „Mein Angehöriger ist an Demenz erkrankt. Was nun?“ halten und dann auf Fragen antworten. Anschließend möchten wir noch einen Film zeigen, in dem sehr deutlich wird, welchen Herausforderungen sich Angehörige Demenzkranker stellen müssen.

Das Gespräch führte

Gabi Böttcher.

Zum Thema:

Zum ThemaThementag zum Umgang mit der Demenzerkrankung unter dem Titel „Wenn der Schuh im Kühlschrank steht oder Ich werde vergesslich, hat das einen Grund?“ am Donnerstag, 17. November, 15 bis 18 Uhr, Sitzungsraum des Rathauses in Finsterwalde, Markt 1.Kontakt: Pflegestützpunkt des Landkreises, Telefon 03535 462665.