Nach Jahren der jünglingshaften Glattheit scheinen Haare auf der Brust wieder angesagt zu sein. Die Anzeichen mehren sich, dass die Metrosexualität auf ihr Ende zugeht.
Bei der diesjährigen Wahl zum "Mister Schweiz" im April treten erstmals seit vielen Jahren wieder Finalisten mit Haaren auf der Brust an, wie Sprecher Ferris Bühler sagt. Es sind drei von 16. Seit vergangenem Jahr sehe er auch in der internationalen Modewelt, dass wieder mehr behaarte Männermodels gebucht würden. "Pech für jene, die sich ihre Brusthaare für immer weggelasert haben."
Wenn es stimmen sollte, dass in der schwulen Szene Männer-Trends früher zu sehen sind, dann kommen nach den blanken Zeiten wieder haarigere. Im Magazin "Männer aktuell" landeten bei einer Umfrage unter Schwulen, was sie an Männern sexy finden, Körperhaare auf Platz fünf - nach Po, Augen, Lippen und Humor. Das Motto lautet also: Waschbärbauch statt Waschbrettbauch. Letzterer war in der Umfrage weit abgeschlagen.
Zuletzt galt das Brusthaar in den 80er-Jahren als sexy oder zumindest als nicht störend. Dann aber geriet der Wildwuchs ins Abseits. Sogar James Bond, der von Sean Connery bis Pierce Brosnan stets die Lizenz zum Pelz hatte, ist mit Darsteller Daniel Craig epiliert. Popsänger Robbie Williams oder Swing-Star Roger Cicero stehen hingegen zum Brusthaar.