Vater und Söhne zeigen dabei ganz verschiedene künstlerische Handschriften und Kunstobjekte. Am morgigen Freitag wird im Vorfeld des Tages des offenen Ateliers um 18 Uhr im Tagungszentrum Kjellberg in der Leipziger Straße ihre gemeinsame Ausstellung ,,Triplus - Grafik, Malerei, Installation und Videokunst" eröffnet. Die Arbeiten der drei Künstler sind sowohl dort als auch im Kreismuseum Finsterwalde bis zum 13. Juni sowie am Tag des offenen Ateliers zu sehen.

Eckhard Böttger, 1954 in Klingmühl geboren, arbeitete nach dem Studium an der Hochschule für Bildende Kunst Dresden freischaffend in Meißen und lebt und arbeitet seit 1985 in Finsterwalde. Die Ausstellung zeigt ihn als Maler mit figurativer Formenwelt, die den Menschen in expressiver Malweise in Auseinandersetzung mit Landschaft und Gesellschaft darstellen. Außerdem überrascht der vielseitige Künstler mit kleinformatigen Installationen, welche unter ,,wertvoller Resteverwertung" kritisch unsere Welt beleuchten und infrage stellen.

Theo Böttger, Jahrgang 1975, studierte 1996 bis 2003 wie sein Vater an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und lebt und arbeitet seitdem im Berliner Problembezirk Neukölln. Seine Arbeiten in der Ausstellung, vor allem expressive Ölbilder, Skulpturen und eine großflächige Installation, spiegeln den sozialen Brennpunkt seiner Lebenswelt wider und wollen mit Wut und Emotionen aufbegehrend Feuer in die kapitalistische Kältezone tragen. Damit hat er sich in der jungen Kunstszene Deutschlands schon einen guten Namen gemacht.

Der jüngere Böttger-Sohn Martin, 1982 geboren und ebenfalls durch den Vater zur kreativen Kunstausübung motiviert, geht künstlerisch andere Wege. Nach dem Studium der Visuellen Kommunikation bis 2009 an der Kunsthochschule Kassel/Neue Medien drückt er sich vor allem mit Computer-Grafiken, großflächigen Rauminstallationen und mit am Computer geplanten Skulpturen künstlerisch aus. In Finsterwalde ist er unter anderem mit Graffiti am Kreismuseum und in einer Einkaufspassage präsent. Diese Technik hat er zu gefrorenen Animationen weiterentwickelt.

In die Dreifach-Ausstellung von Vater und Söhnen Böttger wird am morgigen Freitag zur Eröffnung bei Kjellberg um 18 Uhr Kulturwissenschaftler Herbert Schirmer, Kulturminister der letzten DDR-Regierung, als Laudator einführen. Begleitet wird die Vernissage durch die Gruppe ,,Baut". Im Kreismuseum Finsterwalde wird der Abend ab 20.30 Uhr mit dem Leipziger Blechbläserquintetts ,,emBRASSment" ausklingen, das Musik von Barock bis Jazz bietet.

Ausstellungseröffnung am 30. April, 18 Uhr, Kjellberg-Tagungszentrum, Leipziger Straße 82; Tag des offenen Ateliers am Sonntag 10 bis 17 Uhr auch im Kreismuseum Finsterwalde