Regungslos nimmt die 39-Jährige das Urteil entgegen. Sie hat ihre sechsjährige Tochter Anna-Lea und die vier Monate alten Zwillinge Lisa und Fabian brutal getötet. Das Landgericht Landshut schickt sie am Donnerstag deshalb 14 Jahre ins Gefängnis. Die in Schwarz gekleidete Frau ist gefasst, hat mit der Strafe gerechnet. Sie sieht sich als "Todesengel", der die Kinder in den Himmel bringt. Dort sind alle wieder beisammen und alles wird gut, ist sie überzeugt.

Gut war in dem Leben der Frau aus Freising bei München selten etwas. Ihr Lebenstraum von einer glücklichen Familie platzte immer wieder - insgesamt hat sie sechs Kinder von drei Männern. Die drei älteren Kinder leben in Pflegefamilien oder bei ihren leiblichen Vätern - nur Anna-Lea bleibt bei ihr. Dann findet sie im vergangenen Jahr einen neuen Partner, der Anna-Lea wie ein eigenes Kind annimmt. Die Mutter wird wieder schwanger und bringt im Sommer die Zwillinge Fabian und Lisa zur Welt. Alles scheint perfekt; aber finanzielle Sorgen und die Neugeborenen überfordern die Frau. Am 13. November 2012 fährt sie zu einem Waldstück und sagt zu ihrer Tochter: "Wir werden heute alle sterben." Anna-Lea wehrt sich, als ihr die Mutter Mund und Nase zuhält. Danach tötet sie die neugeborenen Zwillinge. Zehn Minuten hält sie ihnen Mund und Nase zu. Dann legt sie die leblosen Kinder in den Kofferraum und rast auf der Autobahn 92 nördlich von München mit Tempo 120 in die Leitplanke. Die Angeklagte überlebt den Unfall. Trotzdem kommt die Mörderin ohne lebenslange Haftstrafe davon. Laut Gutachten war ihre Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit eingeschränkt. Deshalb sei sie vermindert schuldfähig. Alle Beteiligten verzichteten auf Rechtsmittel - das Urteil ist rechtskräftig.