Bekommen Kinder an der Haustür des Nachbarn am Halloween-Abend nichts Süßes, verteilen sie Saures - so will es der Brauch. Doch kleine Halloween-Gemeinheiten haben manchmal schwere Folgen. "Klingelstreiche sind nicht das Problem, die Grenze liegt bei Sachbeschädigung oder Körperverletzung", sagt Eva Becker, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV).

Eine Übersicht über beliebte Streiche und ihre rechtlichen Konsequenzen:

Zahnpasta auf die Türklinke geschmiert: "Das ist ärgerlich, aber nicht strafrechtlich verfolgbar", sagt Becker. Der Streich sei unproblematisch, die schmierige Paste lasse sich mit einem Lappen leicht entfernen. Bei glibberigen Substanzen auf dem Boden droht dagegen durchaus Ärger. Rechtliche Folgen könnte es zum Beispiel haben, wenn jemand ausrutscht und sich verletzt. "Hier sollten Eltern ihren Kindern klarmachen: Das ist Unfug."

Auto in Toilettenpapier gewickelt: Die Grenze ist hier fließend. Entstehen Kratzer im Lack, wenn die Kinder den Wagen in die langen Papierstreifen einwickeln, fällt die Tat unter Sachbeschädigung. Die Folge: Eltern oder Kinder haften dafür.

Eier an die Hauswand geschmissen: Dieser Fall ist für Becker schon problematischer. Entweder Eltern oder Kinder müssen nur für die Reinigung aufkommen, oder der Fall zieht zusätzlich noch strafrechtliche Konsequenzen nach sich.

Grundsätzlich gilt: Lässt sich die Schmiere an der Wand vollständig entfernen, droht keine Strafe. Eltern oder Kinder müssen die Reinigung bezahlen oder alles selbst wegwischen. Ob die Eltern oder die Kinder selbst die Reinigung der Wand oder die Kosten für eine neue Autolackierung übernehmen, hängt von der Haftung ab. Kinder sind erst ab sieben Jahren deliktfähig. Ob die Kinder allerdings tatsächlich selbst haften, richtet sich laut Becker "nach der geistigen Reife und den Umständen des Einzelfalls".

An Halloween haften meist die Eltern - entweder, weil sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben oder weil das Kind zu unreif ist. "Da wird das Gericht sagen: ,Damit hätten Sie rechnen müssen.'" Eltern klären daher besser vorher mit ihrem Kind, was es vorhat und was es darf. Eltern sollten ihre kleinen Kinder aber generell auf dem Beutezug begleiten, so Becker.