So weit, so gut. Da staunen aber die Einwohner von Eichholz und Drößig nicht schlecht, denn "ihr" Abwasser soll ja bald über die doppelte Entfernung bis nach Lindena ins Klärwerk gepumpt werden!

Zu meiner Zeit als Vertreter der Gemeinde Heideland und als stellvertretendes Mitglied der Gemeinde im Wasser- und Abwasserverband Westniederlausitz (WAV) hatte ich mehrfach angefragt, wegen der Möglichkeit für die Gemeinden Eichholz und Drößig, das Abwasser nach Finsterwalde zu pumpen. Schließlich können die Drößiger das Klärwerk Finsterwalde fast ohne Fernglass sehen. Und auch unser Trinkwasser beziehen wir aus Finsterwalde.

Als Antwort bekam ich vom Verbandschef, Herrn Seidel, und von unserem damaligen Amtsdirektor J. Gampe, heute ja sogar Bürgermeister von Finsterwalde, immer nur zu hören, Finsterwalde (bzw. Bürgermeister Wohmann) hätte kein Interesse an einer Einleitung unseres Abwassers. Das würde den Austritt aus dem Verband (WAV) bedeuten und das wäre nicht möglich. Nun lese ich, dass man in Sonnewalde eventuell vor hat, aus dem Verband auszutreten!? Ich dachte immer, das ist nicht möglich? Auch würde ich gern wissen, ob man früher überhaupt jemals ernsthaft mit Finsterwalde gesprochen hat.

Vom Auerhuhn-Projekt begeistert

Ihre Meinung zum Artikel über das Auerhuhn-Projekt in der RUNDSCHAU vom 31. Januar teilt uns Jasmin Gerlach, "eine Wildtierliebhaberin aus Leidenschaft" mit:

Ich fand den Kommentar zum Auerhuhn -Projekt und den Artikel sehr gelungen. Meiner Meinung nach ist diese "kritische Phase" gar nicht so schlimm, wie es beschrieben wird. In jedem Projekt gibt es schließlich kleine oder große Probleme, die dann aber schließlich doch noch gelöst werden. Es kann doch nicht immer alles am Schnürchen laufen. Wann läuft denn im Leben mal etwas rund? Natürlich wäre es schade, wenn die Gehegetiere nicht lange in freier Wildbahn überleben würden, aber schließlich sollen sie ja, auch wenn es vielleicht gemein klingt, nur für Nachwuchs sorgen.

Ich glaube fest an den Projektkoordinator Herr Lindner, denn ich denke, so leicht wird er sich von solch kleinen Krisen nicht beeindrucken lassen. Schließlich hat er es in der Vergangenheit geschafft, ein Auswilderungsprojekt für Wisente, riesige Büffel, ins Leben zu rufen und nun stehen diese kurz vor der Auswilderung. Und im Vergleich zu einem Büffel, wird es wohl leichter sein, ein Huhn wieder anzusiedeln.

Vielleicht zu viel Blauäugigkeit?

Zum Beitrag "Auerhuhn-Projekt in kritischer Phase" äußert sich auch Horst Paulick aus Elsterwerda:

Wieder mal zeigt sich, eine Gattung vom Erdboden verschwinden zu lassen, ist nicht schwer. Der Mensch braucht sich nicht mal sehr anzustrengen. Aber umgekehrt, da sieht`s anders aus.

15 Jahre Vorbereitungszeit seien dem Projekt gewidmet worden, heißt es. Vielleicht doch mit zu großer Blauäugigkeit. Die größere Problematik des Einfangens von Hähnen hätte doch dabei bewusst werden müssen. Oder betreten die Verantwortlichen hier völliges Neuland?

Nun geht das Gerangel weiter. Der Projekt-Beirat hat Auerhähne aus Zuchtbeständen beschafft, eine Auswilderungsexpertin jedoch lehnt diese Tiere ab. Warum hat man sich nicht zuvor verständigt? Ohne Hähne aber ist und bleibt das ganze Projekt undurchführbar. Andererseits, Auerhühner wieder als ständige Bewohner unseres Heidepark-Gebiets, das wäre schon was! Ich bin mir nicht sicher, den Tieren direkt begegnet zu sein. Möglich ist es. Bei Radfahrten in den 40er Jahren von meinem Heimatort Bockwitz über Grünhaus nach Finsterwalde. Vom Anwesen Grünhaus könnte ich heute noch schwärmen.

Nein, für eine Aufgabe des Projekts bin ich keineswegs. Trotz aller Kompliziertheit. Mehr Professionalität aller Verantwortlichen und Beteiligten müsste allerdings gegeben sein.

Und das dazu erforderliche Geld, auf der Straße liegt es nicht. Möglicherweise könnte man die Bevölkerung der Umgebung in die Verwirklichung des Projekts einbeziehen, sie zur finanziellen Unterstützung zu begeistern versuchen. Spendenbereitschaft ist eher gegeben, wenn der Spender genau weiß, wofür seine Gabe gedacht ist.