"Deutschlands Erfolg ist nicht auf Rohstoffen begründet, Deutschland hat Sie, junge Leute, die das Land wettbewerbsfähig machen", gab Holger Rupprecht gestern in seiner Festrede den jungen Gesellen mit auf den Weg. Was für die frisch gebackenen Kfz-Mechatroniker Anerkennung war, sollte die gleichfalls im Saal sitzenden 14 Schüler, die zuvor ihre Ausbildungsverträge unterschrieben haben, Ansporn sein. Der feierliche Charakter der Freisprechung, umrahmt mit Musik von Chris Poller, Marlen Meißner und Robert Pötzsch von der Kreismusikschule Gebrüder Graun, hat seine Wirkung bei den "Neuen" sicher nicht verfehlt. "Sie müssen Schritt halten mit diesem Tempo", riet der Minister den Gesellen, als er einen Bogen von seinem ersten Trabi zu seinem jetzigen Dienstwagen schlug und die "atemberaubende Entwicklung im technischen Bereich" ansprach.Mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,28 reiht sich der Jahrgang 2006 in die erfolgreiche Berufsausbildung in der Werkstatt der HIL GmbH ein. Die Theorie wurde den Azubis im Oberstufenzentrum Elbe-Elster vermittelt. Janine Beese (20) aus Calau hat sich in dreieinhalb Jahren ihr berufliches Rüstzeug genauso erworben wie beispielsweise Christoph Röhnert aus Prestewitz, Markus Gantke aus Tröbitz, Martin Kölling aus Großkrausnik, Sven Kraus aus Lindena, Daniel Andres aus Knippelsdorf und Marcus Heinrich aus Elsterwerda. Jahrgangsbester war Alexander Murrer (21) aus Berlin. "Mit 91 Prozent hat er seine Abschlussprüfung erfüllt", lobte Ausbildungsleiter Olaf Kleinpaul. Murrer hat sich für eine Beamtenlaufbahn im mittleren technischen Dienst bei der Bundeswehr entschieden. Sven Kraus aus Lindena hatte den kürzesten Weg zur Ausbildungswerkstatt gleich um die Ecke. An die 30 Bewerbungen hat er damals geschrieben. Dass er die Lehrstelle in Doberlug-Kirchhain bekam, ist für ihn bis heute ein Glücksfall. Ihn zieht es jetzt in die freie Wirtschaft, wenn es sein muss, auch weg von Zuhause. Gerd-A. Engelmann, Vizepräsident der Wehrbereichsverwaltung Ost, verwies auf den langjährigen Einstellungsstopp bei der Bundeswehr, der zwangsläufig zu einem Mangel an Fachkräften in den eigenen Reihen führt. Er trifft auch die Freigesprochenen. Sieben junge Männer werden Soldat auf Zeit, drei haben einen Platz in der freien Wirtschaft gefunden. Eine Überbrückungszeit wird ihnen bis dahin bei der HIL GmbH ermöglicht. Für viele anwesende Eltern sorgte dies für Erleichterung. Manch Küsschen wurde verteilt. Bei Petra Beese flossen gar Tränen der Rührung, so glücklich ist sie mit ihrer Tochter. "Sie hat schon als Kind Fußball mit den Jungs gespielt und ihr Moped auseinander und wieder zusammen gebaut. Büroarbeit wäre nichts für sie", weiß die Mutter. Bis Ende des Jahres darf Janine noch im Doberlug-Kirchhainer Werk arbeiten, dann will sie einen Arbeitsplatz gefunden haben. "Hier bei der HIL GmbH wäre es am besten", wünscht sie sich.Doberlug-Kirchhains Stadtverordnetenvorsteher Lutz Kilian wies die Gäste auf die Veränderungen und Pläne im Kloster- und Schlossareal hin und lud sie zu einem späteren Zeitpunkt zu einem neuerlichen Besuch ein.