„Zeichen der Hoffnung“, sagen andere, die wissen, dass der Stern aus der Weihnachtslegende stammt. Drei Weise aus dem Morgenland gehen dort los, streben einem aufgehenden Stern zu. Brauchen etwas für ihr Leben, suchen nach Wertvollem.

Nun ist der Sinn einer solchen Geschichte nicht, uns über besondere Sternkonstellationen damals aufzuklären. Die adventliche Sterndeutergeschichte will in uns Fragen provozieren: Was brauchen wir nötig, ist uns wertvoll und erstrebenswert? Was sind unsere Hoffnungszeichen, Leuchttürme, Sternstunden? Wo laufen wir hinterher?

Sind es wirklich die fehlenden Werte, wie man uns immer wieder sagt? Werte, die wir brauchen und wieder suchen müssten? Muss man uns sagen: Sei ehrlich, treu, ordentlich, gerecht und freundlich? Brauchen wir wirklich Moralapostel, welche die Finger heben und uns sagen, was richtig ist? Wenn du brav bist, dann bekommst du . . .?

Über dem Geburtsort Jesu bleibt in unserer Geschichte der Stern stehen. Leuchtet durch die morschen Bretter auf die Geburt in einem Stall. Ein kleiner Mensch, umfangen in einem Schutzraum der Liebe, behütet von Mutter und Vater. Dort beginnt das Leben eines Mannes, der nicht die Finger hob und drohte. Der den Wert eines Menschen niemals nach seinen Leistungen oder Verfehlungen bemaß. Der aber unermüdlich versuchte, lieb zu haben. Einfach so. Der Menschen in einen göttlichen Schutzraum stellte: Niemand soll dich beherrschen, dich knechten, dich klein machen! Du hast deinen Wert und deine Würde schon immer – von Gott! Egal, was andere sagen, ganz gleich, was du selbst von dir hältst! Das sollst du merken, so oft, wie möglich, soweit meine Kraft reicht. Von mir und von den Menschen um dich herum. Dieser Schutzraum ist die Voraussetzung für alles. Lass dich damit beschenken. Alles andere, so meinte er, kommt dann von selbst.

Gott wird Mensch – Liebe wird erlebt, kommt an – Advent: Jeder einzelne Stern, den Sie in diesen Tagen sehen, möge Ihnen den Weg zu solchen Schutzräumen des Lebens leuchten. Jedes einzelne Geschenk, das Sie schenken, jeder einzelne Mensch, dem Sie begegnen, erinnere Sie daran!

Volker Mihan ist Pfarrer der

Evangelischen Brüder-Unität/

Herrnhuter Brüdergemeine.